Wasserstoff Erster Lkw mit Bosch-Brennstoffzelle kommt auf die Straße – in China

Autor Jan Rosenow

Der Zulieferer hat zusammen mit dem Nutzfahrzeughersteller Qingling das Gemeinschaftsunternehmen Bosch Hydrogen Powertrain Systems gegründet. Die Testflotte nimmt noch 2021 den Betrieb auf.

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Sieht fast wie ein Motor aus: Brennstoffzellen-Stack von Bosch.
Sieht fast wie ein Motor aus: Brennstoffzellen-Stack von Bosch.
(Bild: Bosch)

Inmitten der Euphorie über den batterieelektrischen Antrieb treibt Bosch die Arbeit an der Wasserstoff-Brennstoffzelle weiter voran, die viele Experten vor allem für schwere Fahrzeuge als besser geeignet ansehen. Das Unternehmen bringt sich als Systemlieferant für komplette Brennstoffzellen-Stacks ins Spiel und will diese vor allem an Nutzfahrzeughersteller verkaufen.

Aber auch eine gemeinsame Produktion ist denkbar – wie jetzt in China: In Chongqing hat Bosch nun zusammen mit dem Lkw-Produzenten Qingling Motors das Gemeinschaftsunternehmen Bosch Hydrogen Powertrain Systems gegründet. Das neue Unternehmen wird Brennstoffzellen-Systeme für den Markt in China entwickeln, montieren und vermarkten. Prognosen der China Society of Automotive Engineers (China-SAE) zufolge könnten auf dem weltgrößten Fahrzeugmarkt bereits 2030 mehr als eine Million Fahrzeuge mit Brennstoffzellen-Antrieb zugelassen werden. So will Bosch Hydrogen Powertrain Systems möglichst alle chinesischen Fahrzeughersteller mit Brennstoffzellen-Systemen beliefern.

Marktstart der Brennstoffzelle schon 2022 geplant

Die dafür benötigten Komponenten wie der Brennstoffzellen-Stack, der Luftkompressor mit Leistungselektronik sowie das Steuergerät samt Sensoren kommen überwiegend aus dem Werk von Bosch in Wuxi. Dort startet in diesem Jahr die Kleinserienfertigung. Ebenfalls noch 2021 wird eine Testflotte von 70 Qingling-Lastwagen mit dem Brennstoffzellen-Modul von Bosch auf die Straße kommen. Der Marktstart des Brennstoffzellen-Systems ist für 2022 oder 2023 geplant. Zum Vergleich: Daimler will die Serienproduktion seines Brennstoffzellen-Lkws erst in der zweiten Hälfte des Jahrzehnts starten.

Stefan Hartung, Bosch-Geschäftsführer und Vorsitzender des Unternehmensbereichs Mobility Solutions, kommentiert: „Wir nehmen bei der Industrialisierung der Brennstoffzelle jetzt im wahrsten Sinne des Wortes Fahrt auf. Innovative Technologien und strategische Partnerschaften sind der ideale Treibstoff, um zügig das Ziel eines möglichst klimaneutralen Straßenverkehrs zu erreichen.“

Bosch glaubt an eine Wasserstoff-Zukunft und investiert fortlaufend in diesen Bereich. So hat das Unternehmen mit seinen Brennstoffzellen-Aktivitäten in China bereits Kompetenz in Forschung und Entwicklung aufgebaut. Auch an seinen deutschen Standorten in Bamberg, Feuerbach und Homburg treibt Bosch die Industrialisierung der Brennstoffzelle weiter voran. Gemeinsam mit dem schwedischen Spezialisten Powercell entwickelt Bosch derzeit den Brennstoffzellen-Stack zur Marktreife, um ihn anschließend in Eigenregie von 2022 an in Großserie zu fertigen.

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