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Porsche Fertigung und Produktion des neuen Panamera

| Redakteur: Susanne Held

Die neue Generation des Porsche Panamera wird im neu aufgerüsteten Leipziger Werk produziert. Dabei wird besonders auf die nachhaltige Verwendung von Ressourcen wird geachtet.

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Der Panamera im Lichttunnel der Lackiererei im Leipziger Werk.
Der Panamera im Lichttunnel der Lackiererei im Leipziger Werk.
(Bild: ©2016 Porsche AG / Marco Prosch )

Rund 475 Roboter und 200 Mitarbeiter pro Schicht arbeiten an der Fertigstellung der neuen Generation des Panamera. Gefertigt wird auf der Basis des flexiblen Modularen Standard Baukastens (MSB) mit einer Fertigungstiefe von mehr als 90 Prozent. Die komplette Außenhaut des Panamera besteht ausschließlich aus Aluminium. „Insgesamt hat die Karosse einen Aluminiumanteil von 45 Prozent. Das erfordert eine sehr hohe Kompetenz im Werkzeugbau und in der Oberflächenbearbeitung“, erklärt Christoph Beerhalter, Leiter Karosseriebau MSB bei Porsche in Leipzig.

Auch die Fertigungstechnologien setzen Maßstäbe. Durch mechanische und thermische Fügeverfahren entsteht aus etwa 430 Einzelteilen die Karosserie. Hier werden die neuesten Technologien eingesetzt. Gegenüber dem Macan hat der neue Panamera beispielsweise nur halb so viele Schweißpunkte. Dafür werden 600 Flowdrill-Schrauben pro Karosse verarbeitet. Fließlochformende Schrauben schneiden ihr Gewinde selbst und verbinden Stahl und Aluminium optimal miteinander. Des Weiteren werden die Verfahren Stanznieten, Alu-Laserschweißen und Clinchen eingesetzt. Das Clinchen, auch Durchsetzfügen genannt, verbindet durch Druck verschiedene Bleche miteinander. Eine weitere fügetechnische Besonderheit ist das Rollfalzen der Seitenwände an die Karosserie. So besitzt jedes Fahrzeug insgesamt mehr als 200 Meter Klebedraht.

Energieeffiziente Produktion

Bei der letzten Werkserweiterung spielte auch der nachhaltige Umgang mit Ressourcen eine wichtige Rolle. Porsche verzichtet im neuen Karosseriebau auf Druckluft und setzt gezielt energieeffiziente Fügetechnologien ein. Einen erheblichen Anteil des Strombedarfs im Gewerk deckt eine auf dem Dach des Karosseriebaus installierte Photovoltaikanlage. Auch die anderen Gewerke sind nachhaltig angelegt. Der Karosseriebau für den Macan wurde bereits 2013 mit Photovoltaiktechnik ausgestattet. Eine moderne Kühlung der Roboter-Schweißzangen reduziert zudem den Energieverbrauch im Karosseriebau Macan pro Jahr um mehr als 365.000 kWh. In der Lackiererei verringert eine Steinmehlfilteranlage den Energieeinsatz im Vergleich zu einem wasserbasierten System um 60 Prozent.

Nachdem die Karossen des Panamera nach seiner Markteinführung in 2009 im Volkswagen-Werk Hannover hergestellt, lackiert und anschließend für die Montage nach Leipzig transportiert wurden, wird die neue Generation nun komplett in Leipzig gefertigt. Das Werk wurde für rund 500 Millionen Euro erweitert um die Komplettfertigung des Panamera in Leipzig zu gewährleisten und weitere 600 Arbeitsplätze sind für die neue Generation geschaffen worden.

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