Trailer Industrie Verband Führerscheinrecht vereinfachen

Redakteur: Marion Fuchs

Der Berliner Trailer Industrie Verband hat seinen Vorstand teils neu aufgestellt und sich mit der Führerscheinproblematik in Bezug auf Anhänger befasst.

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Der neue Vorstand des TIV. v.l.n.r.: Henk Sturme, Vorstandsvorsitzender Michael Jursch (Vorsitz), Dr. Uwe Meyer, Przemyslav Kuś.
Der neue Vorstand des TIV. v.l.n.r.: Henk Sturme, Vorstandsvorsitzender Michael Jursch (Vorsitz), Dr. Uwe Meyer, Przemyslav Kuś.
(Bild: TIV)

Auf der diesjährigen Mitgliederversammlung wurden der Vorstandsvorsitzende Michael Jursch (STEMA Metalleichtbau GmbH) und der Vorstand Dr. Uwe Meyer (wm meyer Fahrzeugbau AG) in ihren Ämtern bestätigt. Neu in den Vorstand gewählt wurden Przemyslav Kuś (Fa. SPP Steelpress Production, PL) und Henk Sturme (Drotech bv, NL).

Bei der Versammlung forderten die Mitglieder eine Vereinfachung des Führerscheinrechts in Bezug auf Anhänger. Zum Hintergrund:

„Die Führerscheinregelungen entsprechen nach Ansicht des Verbandes nicht den Bedürfnissen der Praxis. Wer wie die meisten erwachsenen Verkehrsteilnehmer nur über eine Fahrerlaubnis der Klasse B verfügt, muss z. B. beachten, dass die zulässige Gesamtmasse aus Zugfahrzeug und Anhänger nicht über 3.500 kg liegt.“

„Das bedeutet,“ so ergänzt Vorstand Dr. Uwe Meyer, „dass man etwa mit einem großen SUV im Regelfall nur noch einen kleinen ungebremsten Anhänger ziehen darf, obwohl das Auto über umfangreiche Assistenz- und Sicherheitssysteme sowie eine ausreichende Motorisierung verfügt. Dagegen ist es erlaubt, mit einer deutlich leichteren Mittelklasse-Limousine einen weitaus größeren und schwereren Anhänger zu ziehen.“ Und Vorstandsvorsitzender Michael Jursch konkretisiert: „Wer also zum Beispiel einen 1.500-kg-Kipper kauft, den er mit seinem bisherigen Pkw hat ziehen dürfen, muss, wenn er sich einen Geländewagen zulegt, entweder den Anhänger stehen lassen oder eine Fahrerlaubnis der Klasse BE oder B96 erwerben. Dabei haben sich mit dem Wechsel des Zugfahrzeuges die Anforderungen, wie man einen Anhänger sicher verwendet, in keinster Weise geändert.“

Der TIV schlägt außerdem eine Überarbeitung der ECE-R55 vor, der zufolge eine gemeinsame Kupplungshöhe für Kfz und Trailer von 415 +/- 35 mm vorgeschrieben würde. Vorstandsvorsitzender Michael Jursch: „Die Höhendifferenz der Kupplungsteile von Zugfahrzeug und Anhänger kann nach aktueller Rechtslage im negativsten Fall bis zu 115 mm betragen, was gravierende Auswirkungen auf die Sicherheit von Gespannen haben kann."

Die Mitglieder des TIV prüfen zudem, ob die „selbstnachstellende Bremse“ gesetzlich vorgeschrieben werden soll. Aus Sicht der Verbandsmitglieder gefährden zahlreiche der derzeitigen unnötig komplizierten gesetzlichen Regelungen Arbeitsplätze und stehen einer weiterhin erfolgreichen Entwicklung der Branche entgegen.

Als weitere Ziele neben dem derzeitigen Führerscheinrecht nennt der Verband starre Zulassungsregelungen sowie die Schaffung eines einheitlichen Zulassungsprozederes für Anhänger in allen EU-Staaten.

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