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ADI Hagelschäden schnell und sicher scannen

Redakteur: Dr. Holger Schweitzer

Hagelschäden schnell, zuverlässig und transparent dokumentieren: Der Hersteller ADI will mit seinem Portalscanner Drive-N-Scan neue Maßstäbe setzen. In Dachau durchläuft das System derzeit einen „Praxistest“ und scannt im Dauereinsatz Autos, die dem Münchner „Pfingsthagel“ zum Opfer fielen.

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Die Sachverständigen von Fuchs nutzen den „Drive-N-Scan“ von ADI derzeit, um Gutachten für beschädigte Autos des „Münchner Pfingsthagels“ zu bewerten.
Die Sachverständigen von Fuchs nutzen den „Drive-N-Scan“ von ADI derzeit, um Gutachten für beschädigte Autos des „Münchner Pfingsthagels“ zu bewerten.
(Bild: »Fahrzeug+Karosserie« / Schweitzer)

Ein Hagelschaden kommt selten allein: Im Fall der heftigen Hagelschauer im Münchner Umland geht der Sachverständige Karl-Heinz Fuchs von etwa 100.000 beschädigten Fahrzeugen aus. Genaue Zahlen seien zwar schwer zu bekommen, jedoch würden die bekannten Fälle eine entsprechende Hochrechnung erlauben.

Unter anderem wegen des hohen Volumens an Fahrzeugen, die zu begutachten sind, setzt Fuchs mit seinem Team an Sachverständigen auf den digitalen Portalscanner „Drive-N-Scan“ von ADI (Auto Damage Inspection), der seit diesem Jahr auf dem Markt ist.

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Hageldellen-„Landkarte“

Bei dem ADI-Scanner handelt es sich um einen Portalscanner mit Lichttunnel, durch den das beschädigte Auto mit Schrittgeschwindigkeit fährt. Zehn hochauflösende Kameras erstellen dabei eine Art Landkarte der Einschlagdellen auf den einzelnen Fahrzeugteilen: Ermittelt werden die Zahl, die Lage sowie Größe der Dellen. Kunde und Gutachter können dabei live an einem am Lichtbogen angebrachten Monitor den Scanvorgang verfolgen.

Wie Dhruv Kasavala, ADI Geschäftsführer, erklärt, benötigt das System keine Fahrzeugdaten vorab. Damit die Software die einzelnen Fahrzeugkomponenten wie Dach, Kotflügel und Motorhaube voneinander unterscheiden kann, bringen ADI-Mitarbeiter vor Scanbeginn Kalibrierungspunkte am Fahrzeug an. Diese sind lediglich leicht aufgeklebt und werden nach dem Scan wieder entfernt.

Sicherheit für den Sachverständigen

Die erfassten Daten werden laut Kasavala in weniger als fünf Minuten berechnet, und es wird ein Bericht inklusive einer 2-D-Karte des Fahrzeugs mit den Positionen der Schäden erstellt. Wie Fuchs erklärt, helfe das System dem Sachverständigen somit, das Gutachten schneller und zuverlässiger zu bearbeiten. Es sei vergleichbar mit einem doppelten Boden – der Scanbericht ergänze das Gutachten des Sachverständigen. So könne der Scanner etwa sehr feine Lackrisse noch nicht erkennen. Hier brauche es nach wie vor das geschulte Auge des Gutachters.

Der Sachverständige Fuchs hat für die Münchner Hagelschäden gemeinsam mit ADI und der Firma DAS (Dellen Ausbeul Service) in Dachau Werkstatträume angemietet, wo seine Mitarbeiter Gutachten erstellen und das DAS-Team Hagelschäden beseitigt. Der Scan-Service läuft laut Fuchs in Dachau mit verschiedenen Versicherern aktuell als Pilotprojekt – die Chancen auf ein Fortbestehen schätzt er jedoch aufgrund der guten Ergebnisse als wahrscheinlich ein.

Die Vorteile des Systems liegen für Fuchs darin, dass sich Hagelschäden schnell und exakt vermessen lassen, der Lichtbogen mit einer Breite von 3,92 m und einer Höhe von 2,82 m handliche Dimensionen aufweist und schnell auf- bzw. abgebaut werden kann. Damit passen die meisten Pkws bis zu Standard-SUVs durch den Lichtbogen.

Auch die Dellenbeseitiger von DAS sehen den Portalscanner als Zugewinn: Wie DAS-Geschäftsführer Calin Matye erklärt, gebe es beispielsweise weniger Reklamationen. Außerdem lasse sich bei Bedarf durch einen Scan nach Abschluss der Reparaturen belegen, dass die Reparaturen vollständig und fachgerecht durchgeführt wurden. So mache der Scanner den gesamten Prozess sicherer und transparenter.

Bereit für die Praxis

Erstmals bewähren konnte sich das System in Australien. Nachdem es im April entlang weiter Teile der australischen Ostküste gehagelt hatte, bestand ein hoher Bedarf an Hagelgutachten. Kasavala schickte einen Lichtbogen per Luftfracht ans andere Ende der Welt, und gemeinsam mit lokalen DAS-Teams konnte sich der Portalscanner als praxistauglich und effizient beweisen. Mittlerweile hat ADI weitere Bestellungen aus der Schweiz, Slowenien und Großbritannien erhalten.

Die Erfahrungen in Dachau scheinen dem Team um Erfinder Kasavala recht zu geben: Der „Drive-N-Scan“ sorgt für zufriedene Kunden und unterstützt den Sachverständigen in seiner Tätigkeit.

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