HUK-Coburg-Versicherungsgruppe HUK lanciert „Die Partnerwerkstatt“

Autor / Redakteur: Konrad Wenz / Slawa Schaub

Service ist nicht die Kernkompetenz der HUK. Deshalb sind bei ihrem Konzept „Autoservice“ noch viele Fragen offen. Dennoch glauben die Coburger, Servicevolumen in erheblicher Höhe in die Partnerbetriebe steuern zu können.

Firmen zum Thema

So stellt sich die HUK Coburg künftig ihre Partnerbetriebe vor.
So stellt sich die HUK Coburg künftig ihre Partnerbetriebe vor.
(Quelle: HUK)

Mitte Februar informierte die HUK Coburg ihr Partnernetz über den Plan, ein eigenes Werkstattnetz für den Service einzurichten. Zuvor hatte der Versicherungskonzern in einer zweijährigen Pilotphase mit zehn Betrieben die Erfolgsaussichten des Konzepts ermittelt. Klaus-Jürgen Heitmann, Mitglied der Vorstände der HUK-Coburg-Versicherungsgruppe, will noch nicht über konkrete Zahlen sprechen. Nur so viel: Die Coburger seien vom hohen Zuspruch der Autofahrer während der Pilotphase überrascht gewesen.

Die Höhe des zu steuernden Volumens ist nicht die einzige Frage, die derzeit offen ist: So kann die „HUK Autoservice GmbH“ beispielsweise noch nicht beziffern, wie viel Geld die Betriebe in die Signalisation investieren müssen. Sie erwartet allerdings, dass die Marke „Die Partnerwerkstatt“ nach außen als solche erkennbar ist. Zumindest kündigte Heitmann an, er wolle die Werkstätten bezüglich der Signalisation unterstützen; er kann (oder will) aber auch hier noch keine konkrete Zahl nennen. Zur Höhe der Vermittlungskosten will er sich derzeit ebenfalls nicht äußern. Klar ist nur: Die HUK wird Gebühren erheben – vermutlich in Höhe eines vom Auftragsvolumen abhängigen Prozentsatzes.

Auch Fragen bezüglich der Qualifikation der Werkstattmitarbeiter, beispielsweise dem Eintrag in die Handwerksrolle, sind derzeit noch offen. Unklar ist auch, ob bereits vorhandene Signalisationselemente die Fassade des Betriebs nicht mehr schmücken dürfen. Zudem dürfte es schwierig werden, den markengebundenen Partnerwerkstätten den Wettbewerb durch das eigene Netz zu erklären. Denn die HUK will dieses Konzept nur den Freien Werkstätten anbieten – die rund 600 Markenbetriebe im HUK-Netz bleiben außen vor.

Doch die Versicherung ist nicht ganz so blauäugig an das Servicekonzept herangegangen, wie es die vielen offenen Fragen vermuten lassen. Sie hat sich für diverse Teilbereiche Kooperationspartner gesucht, die das Konzept unterstützen: Teile, Werkstattequipment und technische Schulungen gibt es von Stahlgruber/PV, Schmierstoffe von Petronas, Reifen von der Onlineplattform Gettygo.

Darüber hinaus stellen die Coburger den 250 bis 300 Partnerbetrieben, die in den nächsten zwei bis drei Jahren installiert werden sollen, ein enormes Marketingpotenzial zur Verfügung. Über zehn Millionen Kfz-Versicherungsverträge hat die Assekuranz derzeit im Bestand. Sie will diese Kunden regelmäßig anschreiben und so das Partnernetz stärken.

(ID:44051308)