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Repanet In zwei Schichten durch die Krise

| Redakteur: Dr. Holger Schweitzer

Die Coronakrise fordert von K&L-Werkstätten kreative Konzepte für den Alltag. Das Standox-Reparaturnetzwerk Repanet hilft seinen Mitgliedsbetrieben dabei. Bei Krause Karosserie in Neuss stellte man so auf Schichtbetrieb um.

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Infektionsschutz konsequent umgesetzt: Neben dem regelmäßigen Händewaschen reinigt und desinfiziert das Krause-Team jeden Mittag vor Schichtwechsel alle Oberflächen.
Infektionsschutz konsequent umgesetzt: Neben dem regelmäßigen Händewaschen reinigt und desinfiziert das Krause-Team jeden Mittag vor Schichtwechsel alle Oberflächen.
(Bild: Repanet)

Die aktuelle Lage der Corona-Pandemie fordert den K&L-Werkstätten einiges ab. Sie müssen ihren Betrieb aufrechterhalten und gleichzeitig Mitarbeiter sowie Kunden vor einer Infektion schützen. Das Standox-Reparaturnetzwerk Repanet hilft Mitgliedsbetrieben dabei, praktische Konzepte für den Alltag zu finden. Werner Krause, Geschäftsinhaber von Krause Karosserie in Neuss, stellte so bereits vor einigen Wochen auf ein Zweischicht-System um.

Ein wichtiger Aspekt für Krause ist, jederzeit sein Geschäft aufrechterhalten zu können. „Sollte in einem Team ein Kollege erkranken, muss ich nur 25 und nicht gleich alle 50 Mitarbeiter nach Hause schicken“, beschreibt der Geschäftsinhaber die Idee hinter dem Konzept. Wie der Werkstattinhaber erklärt, könne er so den Betrieb am Laufen halten und seinen Geschäftspartnern zeigen, dass er und sein Team alles tun, um die Betriebsbereitschaft zu gewährleisten. „Zu unseren Kunden gehören auch systemrelevante Einrichtungen wie Rettungs- und Pflegedienste. Gerade für diese Gruppen möchten wir weiterhin da sein und sie mobil halten“, so Krause. Vor allem aber sei es ihm wichtig, dass er als Geschäftsführer bestmöglich für die Gesundheit seiner Mitarbeiter sorge, betont der Geschäftsinhaber.

Werner Krause von der Krause Karosserie in Neuss hat aufgrund der aktuellen Lage kurzerhand auf Schichtbetrieb umgestellt.
Werner Krause von der Krause Karosserie in Neuss hat aufgrund der aktuellen Lage kurzerhand auf Schichtbetrieb umgestellt.
(Bild: Repanet)

Weniger Stunden – mehr Sicherheit

Um das Konzept des Zweischicht-Modells umzusetzen, mussten Krauses Mitarbeiter zunächst ihre Stunden um 30 und dann um 50 Prozent reduzieren. Sie arbeiten nun entweder von 7 bis 12 Uhr oder von 13 bis 17 Uhr. „Mittags nutzen wir die Möglichkeit, um Oberflächen, die alle berühren, zu desinfizieren, wie zum Beispiel Türklinken“, erzählt Krause.

Wie der Geschäftsführer erklärt, hätten ihn die insgesamt 50 Mitarbeiter in seiner Entscheidung sofort unterstützt – und selbst kreative Lösungen entwickelt, beispielsweise bei der Übergabe zwischen der Früh- und der Spätschicht: Da sich beide Schichten aufgrund des Infektionsrisikos nicht begegnen dürfen, informieren sich die Kolleginnen und Kollegen am Ende ihres Arbeitstages einfach per Foto oder Video über den aktuellen Stand. So sei jeder im Bilde darüber, was an einem Fahrzeug noch gemacht werden müsse und worauf speziell zu achten sei, sagt Krause.

Der Betrieb stellt damit einerseits sicher, dass sein Team in Kontakt bleibt, was in Zeiten von weitestgehender Isolation nicht zu unterschätzen ist. Gleichzeitig befindet sich nur die Hälfte der Mitarbeiter gleichzeitig in der Werkstatt. Damit lasse sich ausreichend räumlicher Abstand zu den anderen halten, so der Geschäftsführer.

Schrittweise zurück zur Normalität

Wie lange der Betrieb das Zweischicht-System mit reduzierten Arbeitszeiten beibehalten wird, hängt für Krause auch vom Verkehrsaufkommen ab: „Aktuell hat die Mobilität in Deutschland um rund 40 Prozent abgenommen. Dementsprechend weniger Unfälle passieren auch. „Erst wenn die Straßen wieder voller werden und unser Auftragsvolumen infolgedessen zunimmt, werden auch wir schrittweise wieder zur Normalität zurückkehren.“

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