Modellauto-Wettbewerb Juhu, die schrumpfen mein Auto!

Von Steffen Dominsky 3 min Lesedauer

Es ist ein Custom-Car-Wettbewerb der ganz anderen Art: Seit 2018 veranstaltet Spielzeughersteller Mattel seine Hot-Wheels-Legends-Tour. Bei der diesjährigen deutschen Endausscheidung ging es wahrlich „bunt“ zu.

Platz 1 bei der Hot-Wheels-Legends-Tour-Germany-2026 belegte dieser BMW 3.0 CSi von Michael Söhngen. Inspiriert vom legendären BMW 3,5 CSL, entstand über 18 Jahre hinweg eine ganz persönliche Interpretation einer Motorsport-Ikone.(Bild:  Matell)
Platz 1 bei der Hot-Wheels-Legends-Tour-Germany-2026 belegte dieser BMW 3.0 CSi von Michael Söhngen. Inspiriert vom legendären BMW 3,5 CSL, entstand über 18 Jahre hinweg eine ganz persönliche Interpretation einer Motorsport-Ikone.
(Bild: Matell)

Wirklich jeder Mann kennt sie, auch wenn die eigenen Erfahrungen damit Jahrzehnte zurückliegen: Spielzeugautos. Genauer gesagt diese kleinen, meist aus Metalldruckguss gefertigten Modelle, mit denen kleine Jungs einst und heute solange über den Teppich rasten, bis die zarten Plastikreifen plane Stellen aufwiesen und die filigranen Achsen krumm waren. Neben Marken wie Matchbox, Siku, Corghi und Majorette waren auch sie im wahrsten Sinne des Worte echte Renner in Kinderzimmern: die Modelle von Hot Wheels. 1968 brachte sie Spielwarenhersteller Matell auf den Markt. Ihr Markenzeichen: Anders als die anderen Hersteller, die meist auf ein realitätsgetreues Aussehen ihrer Fahrzeuge setzten, besaßen Hot-Wheels-Produkte ausgefallene und teilweise skurrile Formen und Designs. Daran hat sich bis heute nichts geändert.

Bildergalerie

Und damit dem Erbauer der kleinen Spielzeuge nicht die Ideen ausgehen bzw. der Fankult schön weitergetragen wird, hat dieser 2018 die Hot-Wheel-Legends-Tour ins Leben gerufen. Was mit einer kleinen US-Aktion anlässlich des 50-jährigen Jubiläum der Marke begann, ist mittlerweile ein weltweiter Custom-Car-Wettbewerb, bei dem Autobauer die Chance haben, ihr Fahrzeug als offizielles 1:64-Modell verewigt zu sehen. Im Mittelpunkt stehen dabei laut Organisator nicht einfach nur Autos, sondern individuelle Fahrzeuge, die durch Design, Handwerk, Charakter und Leidenschaft überzeugen. Bewertet werden die eingereichten Fahrzeuge nach drei zentralen Kriterien: Authentizität, Kreativität und Garage Spirit.

Gesucht werden Fahrzeuge, die die Design-DNA von Hot Wheels neu interpretieren, mutige Ideen und besondere Umbauten zeigen und zugleich die Hingabe ihrer Erbauer in jedem Detail spürbar machen. Die Top-3-Fahrzeuge der Hot-Wheels-Legends-Tour-Germany-2026 standen beim Myle-Festival exemplarisch für die kreative Bandbreite der deutschen Fahrzeug-Tuning-/Custom-Car-Szene. Jedes Fahrzeug hat seine eigene Geschichte, die Erbauer individuelle Designentscheidungen getroffen und ihrem Modell eine unverkennbare Note mitgegeben, die die Tour seit Jahren prägt.

Das waren die deutschen Finalisten

Zum deutschen Entscheid trat unter anderem Jens Fischer mit seinem Audi TT Quattro (8N) an. Was als gemeinsames Projekt mit Freunden begann, entwickelte sich zu einem kompromisslosen Umbau mit Rennsport-DNA. Vom vollständig entkernten Innenraum über den Motorsport-Überrollkäfig bis hin zum modifizierten Fahrwerk, der optimierten Aerodynamik und zahlreichen individuellen Anpassungen hat Fischer mit seinen Freunden den TT neu interpretiert. Und trotz der umfangreichen Modifikationen verfügt der Audi nach wie vor über eine Straßenzulassung.

Finalist Nummer 2 war Michael Söhngen mit seinem BMW CSL 3,5. 18 Jahre Leidenschaft, Handarbeit und Ingenieurskunst stecken in dem Bayern. Aus einem nahezu vollständig zerlegten Coupé entstand ein einzigartiger Rennwagen, dessen Karosserieteile und Fahrwerkskomponenten und zahlreiche technische Lösungen eigens entwickelt und gefertigt wurden. Inspiriert von den legendären BMW-Rennfahrzeugen der 70er-Jahre, vereint das Projekt Motorsportgeschichte, Design und außergewöhnliche Kreativität in einem Fahrzeug mit über 430 PS.

Der Dritte im Bunde der Finalisten war Björn Faasen mit seinem Citroën 2CV. Manche Autos sind mehr als ein Fahrzeug: Sie sind ein Lebensprojekt. Seit 28 Jahren begleitet Björn Faasen seine Ente durch den Alltag und wurde in dieser Zeit umfassend restauriert, verändert und immer wieder neu aufgebaut. Breitere Kotflügel, individuelle Karosserieanpassungen und zahlreiche technische Modifikationen machen den 2CV zu einem unverwechselbaren Einzelstück, das bereits sechs Totalschäden überstanden hat und dennoch nie aufgegeben wurde.

Der Weg ins Deutschlandfinale 2026

Die Bewerbungsphase der Hot-Wheels-Legends-Tour-Germany-2026 startete im April. Teilnehmende konnten sich sowohl online als auch bei den ersten Live-Events wie dem Ultrace in Düsseldorf sowie auf der Nordic Motor Show in Neumünster bewerben. Nach Ende der Bewerbungsphase traten die Top-50-Fahrzeuge Deutschlands in einem Community-Voting gegeneinander an. Die drei Finalisten wurden durch eine Kombination aus Community Voting, den Hot-Wheels-Botschaftern Sidney Hoffmann, Severin Dold und Jo sowie dem Hot-Wheels-Team von Mattel gewählt. Jede wählte jeweils ein Fahrzeug aus, woraus sich die Top 3 zusammensetzte. Die finale Votingphase fand anschließend sowohl online als auch live bei Rock am Ring und auf dem Myle-Festival statt.

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung

Gewinner der diesjährigen Deutschland-Ausgabe der Tour wurde Michael Söhngen. Er sicherte sich nicht nur einen Platz unter den spannendsten Fahrzeugbauern Europas, sondern auch die nächste große Chance: Sein BMW hat sich für das Europa-Finale im November qualifiziert und erhält dort die Chance für die Teilnahme zum globalen Grand-Finale, das ebenfalls im November stattfindet. Dort könnte er gegen die besten Fahrzeuge aus aller Welt antreten.

(ID:50889923)