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KÜS Lackpolituren-Test: Gute Leistung ist keine Frage des Preises

| Redakteur: Dr. Holger Schweitzer

Polituren müssen dem Lack den richtigen Glanz verleihen, dürfen aber gleichzeitig nicht verkratzen und müssen benutzerfreundlich sein. Die KÜS hat getestet, welche Polituren mit Preis und Leistung glänzen.

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Lackpolituren im Test: Lars Busemann (li.) , Testredakteur bei „ Autobild“, und Thomas Schuster von der KÜS haben neue Produkte auf ihre Leistungsfähigkeit getestet.
Lackpolituren im Test: Lars Busemann (li.) , Testredakteur bei „ Autobild“, und Thomas Schuster von der KÜS haben neue Produkte auf ihre Leistungsfähigkeit getestet.
(Bild: KÜS)

Mit den ersten Strahlen der Frühlingssonne soll bei vielen Autofahrern das Gefährt in Hochglanz erstrahlen. Sie greifen dafür zu Lackpolituren, mit denen sie matte Oberflächen glänzend rubbeln und kleine Kratzer beseitigen. Welche Produkte sich für die Frühjahrspolitur am besten eignen, haben die Experten der Sachverständigenorganisation KÜS gemeinsam mit „Auto-Bild“ getestet.

Bei dem Test von neun Lackpolituren wurde die Politur von Koch Chemie sowohl Test- als auch Preis-Leistungssieger. Die Shine Speed Polish kostet 16,99 Euro und lässt sich laut Testergebnis leicht auftragen sowie mühelos und rückstandsfrei abpolieren. Mit einem Preis von 3,40 Euro pro 100 Milliliter (inkl. Zubehör) ist die Koch-Chemie-Politur auf Platz 1 tatsächlich günstiger als alle anderen Produkte im Test. Gute Leistung ist also keine Frage des Preises.

Auf den nachfolgenden Plätzen zwei, drei und vier landeten die Polituren Fusionskin Ultimate Polish, Dr. Wack A1 Ultimate Show & Shine Polish und Petzoldts Premium Reinigungspolitur. Die Tester bescheinigen auch diesen Produkten gute Ergebnisse in allen relevanten Prüfpunkten.

KÜS und „Autobild“ testeten neun Lackpolituren. Die Ergebnisse zeigen deutliche Unterschiede bei Preis und Leistung – zum Vergrößern bitte anklicken.
KÜS und „Autobild“ testeten neun Lackpolituren. Die Ergebnisse zeigen deutliche Unterschiede bei Preis und Leistung – zum Vergrößern bitte anklicken.
(Bild: KÜS)

Die beste Gesamtleistung lieferte den Testexperten zufolge die Sonax Premium-Class Saphir-Power-Polish. Das Testergebnis bescheinigt ihr die größte Steigerung des Glanzwertes auf matten Lacken. Abzüge gab es lediglich für den relativ hohen Set-Preis mit Schwamm und Mikrofasertuch von 38,99 Euro, weshalb die Politur auf dem vierten Platz landete.

Ein enttäuschendes Schleifbild stellten die Tester bei der sechstplatzierten Politur Meguiars Ultimate Compound fest. So sei das Testblech nach dem Entfetten mit kleinen Kratzern übersät gewesen. Die Experten führen dies auf grobe Schleifkörner im Produkt zurück. Wendet man die Politur auf nur leicht ermatteten Lacken an, könnten Anwender leicht neue Kratzer hinzupolieren. Das mäßige Steigern des Glanzgrades der Politur Chemtools Acrylshield-S brachte dem Produkt Platz sieben ein. Ebenfalls auf den hinteren Plätzen landete das Lackreinigungsset Black Label von Nigrin, das laut Testergebnis beim Auspolieren stark staubt. Das teuerste Produkt im Testfeld mit einem Preis von 58 Euro landete auf dem letzten Platz. Die Politur Swissvax Cleaner-Fluid-Medium fiel durch ihre schlechte Leistung auf.

So testete die KÜS

Für den Test setzte die KÜS auf umfangreiche Prüfungen im Labor. Alle Polituren wurden im freien Handel eingekauft und nach Herstellervorgaben appliziert. Die Testbleche waren mit einem modernen uni-schwarzen Wasserbasislack lackiert. Diese Oberfläche wies einen Glanzgrad von 90 auf. Dies sei mit einer Neulackierung vergleichbar und könne auch durch eine Politur nicht gesteigert werden, so die KÜS. Anschließend wurden drei Viertel der Testfläche mit einer speziellen Mattierungspaste künstlich bis zu einem Glanzgrad von 60 verwittert.

Um die Leistungen der Polituren vergleichen zu können, trug die Sachverständigenorganisation auf der einen Hälfte der Testoberfläche einen nach IKW-Rezeptur (Industrieverband für Körperpflege- und Waschmittel) empfohlenen Referenzlackreiniger auf. Die Testprodukte wurden auf der anderen Hälfte mit einem Schwamm aufgetragen, auf dem fünf Gramm Produktmenge einmassiert waren. Um ein gleichmäßiges Applizieren zu gewährleisten, wurde der Schwamm an einem 1,5 Kilogramm schweren Gewicht befestigt und in fünf Durchgängen ohne zusätzlichen Anpressdruck im „Kreuzgang“ über das Testblech geführt.

Auch für das Abpolieren verwendeten die Tester das Gewicht. Anschließend wurde der Glanzgrad gemessen. Um festzustellen, ob das Produkt Kratzer hinterlassen hat, wurde das Blech mit Isopropanol gereinigt. Nach dem Entfetten wurden die Flächen nochmals optisch begutachtet, und es wurde ein letztes Mal der Glanzgrad gemessen.

Ein Video zum Test gibt es hier zu sehen.

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