Schadenlenkung Margenschmelze

Redakteur: Dr. Holger Schweitzer

Als hätte die Corona-Pandemie 2020 die K&L-Branche nicht schon genug unter Druck gesetzt, kam für Betriebe, Teilelieferanten und Versicherer im Dezember 2020 die nächste Hiobsbotschaft: Die Rabattstufen auf Ersatzteile ändern sich teils drastisch zuungunsten der Werkstätten.

Wenn die Marge bei Ersatzteilen schmilzt, fehlt vielen K&L-Betrieben eine wichtige Grundlage für ihre Existenz. Die Branche sucht nach Lösungen, damit diese Einnahmen den Werkstätten nicht dauerhaft davon fließen.
Wenn die Marge bei Ersatzteilen schmilzt, fehlt vielen K&L-Betrieben eine wichtige Grundlage für ihre Existenz. Die Branche sucht nach Lösungen, damit diese Einnahmen den Werkstätten nicht dauerhaft davon fließen.
(Bild: © makspogonii - stock.adobe.com; [M] Alban)

Das Ökosystem des gesteuerten Unfallschadengeschäfts ist ein fragiles Gebilde. Leichte Änderungen an bestimmten Stellschrauben des Konstrukts können bereits massive Auswirkungen haben. Wir kennen den Effekt von der Erderwärmung: Nur wenige Grad Celsius reichen aus, um die Eisflächen der Antarktis wegschmelzen zu lassen und beispielsweise Eisbären den Lebensraum nehmen. Ähnlich können schon leichte Reduzierungen der Teilemargen die wirtschaftliche Existenz von instandsetzenden Betrieben bedrohen.

So geschehen Ende letzten Jahres, als vorwiegend Kunden von Volkswagen-Nora-Zentren unvermittelt informiert wurden, die Rabatteinstufungen für das Jahr 2021 hätten sich zu ihren Ungunsten verändern. Zwar betraf die Maßnahme alle Teilegruppen. Die Auswirkungen machten sich allerdings vor allem in der für die K&L-Betriebe wichtigen Teilegruppe 8 bemerkbar. Der durchschnittliche Einbruch lag bei 2,5 Prozent und ließ die Marge bei vielen Betrieben unter die 10-Prozent-Marke schrumpfen. Ein dramatischer Wert, vor allem in Hinblick auf die ohnehin schon wirtschaftlich angespannte Lage zahlreicher Betriebe im kostengetriebenen gesteuerten Schadengeschäft und die wirtschaftlichen Einbrüche durch die Corona-Pandemie.