ZKF Branchentreff Berufsbildung Neues Berufsbild im Caravan-Bereich

Am ersten Tag des ZKF-Branchentreffs kündigten ZKF-Präsident Peter Börner und ZKF-Hauptgeschäftsführer Thomas Aukamm gestern ein neues Berufsbild für die Caravantechnik an. Der Ausschuss Berufsbildung hatte im Vorfeld empfohlen, eine dritte Fachrichtung zu installieren.

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ZKF-Präsident Peter Börner begrüßt die Installation eines weiteren Berufsbilds für die Caravantechnik.
ZKF-Präsident Peter Börner begrüßt die Installation eines weiteren Berufsbilds für die Caravantechnik.
(Bild: Wenz)

Es wird eine dritte Säule in unserem Beruf Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker/in für die Fachrichtung Caravantechnik geben, erklärte ZKF-Präsident Peter Börner gestern in seiner Grundsatzrede. Dies sei in Zusammenarbeit mit dem Industrieverband Caravaning Industrie Verband e.V. (CVID) entstanden. Thomas Aukamm kündigte an, dass am 22.6. ein entsprechender Letter of Intend (LOI) zwischen den Verbänden unterzeichnet werden soll.

Im Vorfeld hatte der ZKF-Ausschuss Berufsbildung und Nachwuchsförderung dieses Thema in einer digitalen Ausschusssitzung kontrovers diskutiert. Der Grund: der Caravaning Industrie Verband Deutschland (CIVD) möchte für die Caravantechnik ein eigenes, monothematisches Berufsbild installieren. Dies wäre dann ein neuer Ausbildungsberuf der Industrie, ohne die Möglichkeit des Handwerks Ausbildungsinhalte mitzubestimmen.

Robert Ziegler, Leiter des ZKF-Referat Berufsbildung, stellte den Ausschussmitgliedern das Vorhaben des CIVD vor und machte deutlich, dass geeignete Fachkräfte für die Branche von großer Bedeutung seien, um auch künftig wettbewerbsfähig zu sein. Es gebe allerdings derzeit keine Berufsausbildung die den Anforderungen der Produktion von Freizeitfahrzeugen entspreche.

Eine Umfrage unter den CIVD-Mitgliedsbetrieben habe ergeben, dass ein jährlicher Bedarf an rund 100 Ausbildungsplätzen bei den Reisemobil- und Caravanherstellern bestehe. Erweitere man diese Abfrage um die etwa 600 Servicewerkstätten der Hersteller, so würden dies weiteren rund 200 Ausbildungsplätzen entsprechen. Die Branche sei bereit in die Qualifikation interessierter junger Menschen zu investieren, wenn es einen passenden Ausbildungsberuf gebe.

Darüber hinaus erläuterte Ziegler, dass große Anteile der Ausbildungsinhalte des Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker/in sich im Monoberuf des CIVD wiederfinden würden – er sprach von rund 80 Prozent. Deshalb stellte er zur Diskussion, ob es nicht besser sei, eine dritte Fachrichtung im Ausbildungsberuf Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker/in zu etablieren, zumal es bereits über 100 Fachbetriebe für Caravantechnik im ZKF gebe.

Genau diese Punkte diskutierten die Ausschussmitglieder anschließend. Hierbei kam auch der Vorschlag, für den Spezialbereich Caravan zusätzliche Weiterbildungsmaßnahmen zu kreieren, um den/die Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker/in ergänzend zu qualifizieren. Letztlich sprach sich die Ausschussmehrheit dafür aus, dem ZKF-Vorstand zu empfehlen die Gespräche mit dem CIVD und dem Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) weiter zu verfolgen und präferierten dabei die Lösung über die dritte Fachrichtung.

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Über den Autor

Dipl. Ing. (FH) Konrad Wenz

Dipl. Ing. (FH) Konrad Wenz

Chefredakteur, Redaktion »Fahrzeug+Karosserie«