BVSK Neutrale Schadensfeststellung ist unabdingbar

Autor / Redakteur: Konrad Wenz / Susanne Held

Das Herbstsymposium des BVSK im Oktober 2016 in der AWG in Mayen befasste unter anderem mit der HUK-Coburg. Trotz häufig geübter Kritik an den Aktivitäten des Versicherers zeigte sich die HUK stets gesprächsbereit.

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Plädoyer für Anwälte und Sachverständige: (v. l.) Michael Jänchen (SSH), Jochen Pamer (Autorechtaktuell), Harald Brockmann und Elmar Fuchs (BVSK).
Plädoyer für Anwälte und Sachverständige: (v. l.) Michael Jänchen (SSH), Jochen Pamer (Autorechtaktuell), Harald Brockmann und Elmar Fuchs (BVSK).
(Bild: Wenz)

Die teilweise dramatischen Veränderungen im Bereich des Unfallschadens und seiner Regulierung thematisierte das diesjährige Herbstsymposium des BVSK in Kottenheim. Insbesondere die Aktivitäten der HUK-Coburg standen dabei im Fokus.

Der amtierende BVSK-Präsident Dirk Barfs sagte hierzu: „Seit ich als Kfz-Sachverständiger tätig bin, begleitet mich die HUK-Coburg mit einer Mischung aus Ärger bis manchmal hin zur Bewunderung. Jeder fünfte Versicherungsvertrag ist ein Vertrag der HUK-Coburg und viele unserer Kunden kooperieren mit dieser Versicherung. Deshalb ist es wichtig zu wissen, wie der Markt sich weiter entwickeln wird, um im Wettbewerb die richtige Entscheidungen treffen zu können.“ Welche Anforderungen die HUK Autoservice GmbH an die Werkstattpartner stellt, erläuterte deren Geschäftsführer Thomas Geck, Schadenmanager der HUK-Coburg. Er erklärte die ersten Überlegungen zur Schadensteuerung bis zur Einführung der Kasko-Select-Bestimmungen, dem Aufbau eines HUK-Servicenetzes und den Überlegungen im Hinblick auf den Aufbau eines Geschäftsbereiches, der sich mit dem Gebrauchtwagenhandel befasst. Die HUK-Coburg sieht insbesondere in den Versicherungsaktivitäten der Automobilhersteller oder der herstellernahen Versicherer eine Gefahr für das eigene Geschäft. Die Strategien der Automobilhersteller seien auch aus der Sicht der Sachverständigen nicht automatisch günstiger. Gerade dort sei die Freiheit des Autofahrers im Hinblick auf die Wahl der Reparaturwerkstatt und damit letztlich auch auf die Wahl des Sachverständigen eingeschränkt.

Eröffnet hatte das Herbstsymposium Harald Brockmann, zum ersten Mal in der Funktion des Ehrenpräsidenten. Er konstatierte: „Der vieldiskutierten Digitalisierung der Prozesse sind drei wichtige Eckpunkte voranzustellen: Eine qualitativ hochwertige Schadenerfassung wird auch künftig wichtig sein, die technischen Veränderungen der Fahrzeuge bedürfen einem hohen Sachverstand, und die absolute Neutralität in der Schadenfeststellung ist unabdingbar.“ Auch künftig müssten Sachverständige für die Justiz nachvollziehbare Gutachten erstellen.

Zum ersten Mal referierte Michael Jänchen beim Herbstsymposium für die SSH, der sehr klar die Herausforderungen an den BVSK und auch an die einzig im Gutachtenbereich funktionierende Sachverständigenorganisation freiberuflicher Kfz-Sachverständiger erläuterte. Die SHH befindet sich in einem Erneuerungsprozess, der durch neue Produkte, aber auch durch ein neues Selbstbewusstsein, gekennzeichnet ist. Für das Sachverständigenwesen könne es nur von Vorteil sein, wenn unterschiedliche Kräfte freiberuflicher Sachverständiger in einem Dialog bleiben, um ideale Konzepte herauszuarbeiten, zeigte sich Jänchen überzeugt.

Die Rechtsanwälte Jochen Pamer und Elmar Fuchs erläuterten eine Entscheidung des Anwaltssenates des Bundesgerichtshofes über die Zulässigkeit der Vorfinanzierung von Reparaturkosten durch Anwälte, die der Bundesgerichtshof abgelehnt hat. Durch diese Entscheidung würden die Marktchancen freiberuflicher, mittelständischer und kleinerer Anwaltskanzleien verstärkt, referierten die Anwälte. Aber auch für das Sachverständigenwesen sei diese Entscheidung positiv zu bewerten. Denn hierdurch würde die Abhängigkeit einzelner Sachverständiger von Großkanzleien reduziert.

Miklós Tomcsányi von der Firma AVL stellte die Anforderungen an ein Gutachten der Zukunft dar. Der Diagnosespezialist verwies dabei auf die immer weiter steigende Zahl von Elektronikkomponenten im Fahrzeugbau, die künftig für ein Schadengutachten zu prüfen seien.

Zuletzt machte BVSK-Geschäftsführer Rechtsanwalt Fuchs deutlich, dass die Zahl der Gutachten in Zukunft rückläufig sei, aber die Kosten je Gutachten deutlich teurer werden, aufgrund des deutlich höheren Anspruches und der gestiegenen Kosten.

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