KÜS-Test Scheibenwaschzusätze: Wie man Kundenkritik vermeidet

Von Peter Diehl

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Die Prüforganisation KÜS testete neun Scheibenwaschzusätze, geeignet für die warme Jahreszeit. Obwohl kein Zusatz als „mangelhaft“ eingestuft wurde, sind die Testergebnisse lesenswert. Gerade für Kfz-Betriebe ist das Thema keineswegs banal.

Insbesondere bei Fahrzeugen mit Regensensor (hier in Bildmitte) sollte nicht am Scheibenwaschzusatz gespart werden.
Insbesondere bei Fahrzeugen mit Regensensor (hier in Bildmitte) sollte nicht am Scheibenwaschzusatz gespart werden.
(Bild: Hella)

Welcher Serviceberater hat noch keine Erfahrungen mit dem leidigen Thema Scheibenwaschflüssigkeit gesammelt? Eine rhetorische Frage. Doch was ist ursächlich für das Ungemach? Selten dürfte es der Preis sein, der auf der Rechnung steht, sofern tatsächlich nachgefüllt wurde. Das Hauptproblem ist die Qualität.

Viele, wenn nicht gar die meisten Pkw sind heute mit einem Regensensor ausgestattet. Der Sensor sitzt weit oben in der Frontscheibe, im Randbereich der Scheibenwischer-Teilkreisfläche. Dort, wo die Wischblätter keinen großen Anpressdruck mehr aufbringen können. Ein qualitativ schlechter Waschzusatz hinterlässt im Randbereich Schlieren – selbst dann, wenn die Wischblätter noch nicht verschlissen sind.

In der Folge deutet die Software das Sensorsignal falsch und lässt die oder den Wischer stetig weiterarbeiten. Der Regen hat längst aufgehört, doch die Schlieren über dem Regensensor verschwinden nicht. Spätestens jetzt, wenn der Kunden manuell eingreifen und die Scheibenwischer ausschalten muss, flucht er in Richtung seiner Werkstatt.

Viermal „gut“, dreimal „befriedigend“, zweimal „ausreichend“

Mit welchen Scheibenwaschzusätzen sich solche und ähnliche Reaktionen vermeiden lassen, zeigt ein Test der KÜS. Gemeinsam mit der Publikumszeitschrift „Auto Bild“ hat die Prüforganisation neun gängige Scheibenwaschzusätze untersucht. Sämtliche Zusätze sind Konzentrate in der empfohlenen Dosierung 1:100. Ergebnis: viermal „gut“, dreimal „befriedigend“, zweimal „ausreichend“.

„Ausreichend“ schnitten die Zusätze von Cartechnic und Ernst ab. Für Mannol 5022, Caramba und RS 1000 gab es jeweils ein „befriedigend“. Mit „gut“ wurden bewertet: Dr. Wack CW und Liqui Moly (beide Note 2,4), Nigrin Performance (2,3) und Sonax Xtreme (1,7; Testsieger). Alle Details sind in der Tabelle aufgelistet, die sich auch zur Kundenberatung eignet.

Getestet wurde auf einem speziellen Prüfstand unter Laborbedingungen. Dabei kamen laut einer Mitteilung der Prüforganisation zwei Schmutzarten zum Einsatz: „Der sogenannte Hydrophobschmutz (‚Stadtschmutz‘) besteht unter anderem aus Ruß, Silikonen, kationischen Tensiden (Trocknungshilfe aus Autowaschanlagen) und unverbrannten Kohlenwasserstoffen. Der Insektenschmutz ähnelt in seiner Rezeptur Eierlikör: Gereinigtes Eiklar, Eigelb, Ethanol und Glukose werden miteinander vermengt und imitieren typischen Insektenschmutz.“

Ebenfalls getestet wurde die Materialverträglichkeit auf Lack und Kunststoff, und zwar auf einem Testblech und auf unter Spannung stehenden Polycarbonat-Teststreifen über 48 Stunden in einem Ofen bei 80 Grad Celsius. Abgesehen von einer leichten Lackquellung bei Mannol 5022, die sich laut KÜS jedoch „mit einem Wisch“ wegpolieren ließ, ist bei allen Produkten die volle Lack- und Kunststoffverträglichkeit gegeben.

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