TÜV Rheinland Sorgfältiges Dokumentieren am Unfallort hilft beim Ermitteln der Schuldfrage

Autor: Dr. Holger Schweitzer

Wer einen Unfall verursacht, muss unter anderem die Kosten für den Gutachter zahlen. Damit die Schuldfrage nach einem Unfall möglichst unstrittig ist, rät der TÜV Rheinland den Unfallbeteiligten dazu, unmittelbar nach dem Crash zur Kamera zu greifen.

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Nach einem Unfall sollten alle Beteiligten die Situation möglichst unverändert und gründlich dokumentieren. Laut dem TÜV Rheinland lässt sich im Streitfall die Schuldfrage so möglichst genau beantworten.
Nach einem Unfall sollten alle Beteiligten die Situation möglichst unverändert und gründlich dokumentieren. Laut dem TÜV Rheinland lässt sich im Streitfall die Schuldfrage so möglichst genau beantworten.
(Bild: Indypendenz/Shutterstock)

Wer einen Unfall verursacht, muss auch die Kosten für den Kfz-Gutachter übernehmen. Darauf weist der TÜV Rheinland hin und ergänzt, dass der Geschädigte in jedem Fall zusätzlich einen unabhängigen Gutachter beauftragen kann. Ein Service, den beispielsweise auch die Kölner Sachverständigenorganisation anbietet. Um diese Kosten dem Verursacher anzulasten, muss laut dem Unternehmen jedoch dessen Verschulden nachgewiesen werden.

Wie Thorsten Rechtien, Kraftfahrtexperte beim TÜV Rheinland, betont, liege allerdings häufig nicht die ganze Schuld bei einem Unfallbeteiligten. „Kommt es zum Prozess, entscheidet das Gericht, wie groß die prozentuale Teilschuld aller Beteiligten ist“, so der Experte. Je nachdem, wie der Urteilsspruch ausfällt, würden alle anfallenden Kosten auf die Unfallgegner verteilt.

Unfallsituation sofort und unverändert fotografieren

Deshalb rät Rechtien allen am Unfall beteiligten Parteien, die Unfallsituation direkt nach der Kollision unverändert zu fotografieren, sofern es die eigene Sicherheit zulasse. Dies solle man auch dann tun, wenn der nachfolgende Verkehr für kurze Zeit lahmgelegt werden sollte. Erst danach solle man die Polizei rufen und die Unfallstelle soweit möglich räumen und sichern, empfiehlt der Fachmann.

Je besser ein Unfall dokumentiert ist, ist desto besser lasse sich der Hergang rekonstruieren und damit auch die Schuldfrage beantworten, weiß der Fachmann. Dazu gehören etwa Aspekte, wie die Autos kurz nach der Kollision zueinander stehen oder an welcher Stelle sich der Unfall genau ereignet hat.

Gutachten helfen bei Streitfällen

Kommt das verunfallte Fahrzeug in die Werkstatt, gibt deren Kostenvoranschlag einen Überblick über den Schaden. Eine Leistung, die laut TÜV-Rheinland mit den Reparaturkosten verrechnet wird.

Anders bei der Dienstleistung eines Gutachters: Wie die Sachverständigenorganisation erklärt, stelle dieser lediglich den vollständigen Schaden und seine Höhe fest. Ein weiterer wichtiger Unterschied zum Kostenvoranschlag liegt den Kölner Experten zufolge darin, dass unabhängig erstellte Gutachten bei Streitigkeiten zwischen den Unfallgegnern maßgeblich sein können. Deshalb rät Rechtien: „Wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte sich mit seinem Anwalt in Verbindung setzen. Der weiß, welches Vorgehen am sinnvollsten ist.“

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Über den Autor

Dr. Holger Schweitzer

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Redakteur, Ressort Technik, Vogel Communications Group GmbH & Co. KG