Kraftfahrzeugtechnisches Institut (KTI) Übergabezustand von Karosserie an Lack

Der Übergabezustand eines reparierten Karosserieschadens an die Lackierei ist immer wieder ein Streitthema. Das KTI hat gemeinsam mit der Deutschen Kommission für Lack und Karosserieinstandsetzung zu diesem Thema eine technische Information veröffentlicht.

Firmen zum Thema

Der Übergabezustand von der Karosserie- an die Lackabteilung beziehungsweise -betrieb führt immer mal wieder zu Diskussionen.
Der Übergabezustand von der Karosserie- an die Lackabteilung beziehungsweise -betrieb führt immer mal wieder zu Diskussionen.
(Bild: Wenz)

Die Deutsche Kommission für Lack und Karosserieinstandsetzung hat den Übergabezustand von der Karosserie- an die Lackabteilung unter anderem mit Verbänden und Fahrzeugherstellern abgestimmt. Der in der technischen Information beschriebene Übergabezustand grenzt die von den beteiligten Gewerken auszuführenden Arbeitsschritte sowie die dafür jeweils vorgesehenen Materialien und Werkzeuge klar ab. Der Übergabezustand ist die Grundlage für eine lackierfähige Oberfläche und gleichzeitig die Basis der Kalkulationshilfe für Ausbeularbeiten. Zudem ist er Teil der Systembeschreibung zum AZT-Lackkalkulationssystem und damit die Ausgangsbasis für die Lackkalkulation, heißt es in der technischen Information.

Auch wenn der Betrieb bzw. der Gutachter ein auf Fahrzeug-herstellerwerten basierenden Schaden-Kalkulationssystem verwendet, sei eine entsprechende Abgrenzung der jeweils von den beteiligten Gewerken Karosseriebau und Lackiererei auszuführenden Arbeits- und Prozessschritte für die sach- und fachgerechte Ausführung der Instandsetzungsarbeit erforderlich. Auch Hersteller-Kalkulationslogiken würden sich am definierten Übergabezustand der Deutschen Kommission für Lack und Karosserieinstandsetzung orientieren. Mitunter würden Karosserieschäden in den K&L-Unternehmen nicht mit der erforderlichen Sorgfalt instandgesetzt und so an den Lackierfachmann/Lackierfachbetrieb übergeben. Hierdurch weiche dann der tatsächliche Übergabezustand nach Abschluss der Karosserieinstandsetzungsarbeiten an den Lackierfachmann vom definierten Übergabezustand ab.

Dies führt in der Regel zu Diskussionen und Konflikten zwischen Autohäusern, Karosserieinstandsetzungs- und Lackierfachbetrieben. Das passiert insbesondere dann, wenn die Karosserie- und Lackierarbeiten nicht im selben Haus beziehungsweise in der gleichen Firma durchgeführt werden.

Dieses Problem lasse sich hinsichtlich der Kosten nur zwischen der (Karosserie-)Werkstatt / dem Autohaus und dem beauftragten Lackierbetrieb lösen. Ziel aller am Reparaturprozess Beteiligten sei die sach- und fachgerechte Instandsetzung des vorhandenen Karosserieschadens unter Berücksichtigung der vom jeweiligen Fahrzeughersteller gemachten Vorgaben und dem aktuellen Stand der Technik, sowie die faire Vergütung von Arbeitszeit und -material für die tatsächlich erforderlichen Arbeiten.

Hier finden Sie die komplette Resolution / Technische Information 02/2021.

(ID:47330753)

Über den Autor

Dipl. Ing. (FH) Konrad Wenz

Dipl. Ing. (FH) Konrad Wenz

Chefredakteur, Redaktion »Fahrzeug+Karosserie«