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ADAC Verbesserungsbedarf bei Transporter-Notbremsassistenten

| Autor: Viktoria Hahn

Assistenzsysteme können helfen Unfälle zu vermeiden. In Transportern werden Notbremsassistenten jedoch erst Mitte 2022 Pflicht. Der Automobilclub ADAC fordert nun, diese Systeme bereits früher und vor allem verbessert einzusetzen.

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Die Tester des ADAC untersuchten unter anderem das Auffahren auf ein stehendes und ein vorausfahrendes Fahrzeug.
Die Tester des ADAC untersuchten unter anderem das Auffahren auf ein stehendes und ein vorausfahrendes Fahrzeug.
(Bild: ADAC/Ralph Wagner)

Der ADAC hat exemplarisch das Bremsverhalten eines Transporters mit einem automatisierten Notbremsassistenten in verschiedenen Alltagsszenarien untersucht. Der Automobilclub geht davon aus, dass jeder fünfte Unfall, den ein Transporterfahrer 2018 verursacht hat, auf zu geringen Abstand zurückzuführen ist. Weiterhin sollen über die Hälfte dieser Unfälle mit einem Notbremsassistenten (Autonomous Emergency Braking System, AEBS) oder Spurhalteassistenten vermieden oder zumindest in ihrer Auswirkung begrenzt werden können. Daher hat die EU die Ausstattung mit AEB-Systemen für neue Modelle ab Mitte 2022 zur Pflicht gemacht.

Der ADAC hat für seinen Test folgende Szenarien mit und ohne Ladung bei einem Transporter bis 3,5 Tonnen zulässiges Gesamtgewicht untersucht:

  • Auffahren auf ein stehendes Fahrzeug
  • Auffahren auf ein vorausfahrendes Fahrzeug
  • Auffahren auf ein vorausfahrendes und verzögerndes Fahrzeug
  • Auffahren auf einen vorausfahrenden Radfahrer
  • Überqueren der Fahrbahn durch einen Fußgänger

Bei allen Varianten konnte beobachtet werden, dass das Fahrzeug auf die Gefahr hin reagiert, aber die Ergebnisse weit unter denen von vergleichbaren Pkw liegen. Konnte beim Auffahren auf ein vorausfahrendes Fahrzeug das System noch überzeugen, zeigten sich beim stehenden Fahrzeug erste Schwächen und beim verzögernden Fahrzeug erst gar keine Reaktion mehr. Beim Auffahren auf den Radfahrer konnte das Fahrzeug wieder überzeugen, der kreuzende Fußgänger bereitete dem Notbremsassistenten wiederum große Probleme. In Bezug auf die verbaute Technologie bestehe deshalb noch Nachholbedarf, meint der ADAC. Bedenklich sei auch, dass sich unter Ausnutzung der maximalen Beladung die Ergebnisse in allen Tests deutlich verschlechterten.

Die Testergebnisse des ADAC sind durchwachsen. Zum Vergrößern bitte anklicken.
Die Testergebnisse des ADAC sind durchwachsen. Zum Vergrößern bitte anklicken.
(Bild: ADAC)

Von aktuell elf Transporter-Modellen auf dem Markt wird nur einer serienmäßig mit einem automatisierten Notbremsassistenten ausgerüstet (MAN TGE). Bei acht Modellen bieten die Hersteller das System nur gegen Aufpreis an. Für den Nissan NV 400 und den Opel Movano ist ein solcher Assistent aktuell sogar gar nicht erhältlich.

Der ADAC fordert die Hersteller nun auf, die Notbremsassistenten auch vor der gesetzlichen Verpflichtung für Transporter zu verbessern und als Serienausstattung anzubieten. Zudem sollte der Beladungszustand keinen Einfluss auf die Leistung von Assistenzsystemen haben.

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Über den Autor

 Viktoria Hahn

Viktoria Hahn

Volontärin des Newsdesk von »kfz-betrieb«, Vogel Communications Group GmbH & Co. KG