ZDK-Ausschuss Nutzfahrzeuge: Testfahrt im Elektrobus

Autor / Redakteur: Ottmar Holz / Ottmar Holz

Die Mitglieder des Ausschusses „Nutzfahrzeuge“ verschafften sich einen Eindruck von der elektrischen Zukunft der Branche. Die Testfahrt im batteriegetriebenen Sileo-Nahverkehrsbus zeigte den schrumpfenden Bedarf an Wartungsarbeiten.

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Testtfahrt im E-Bus bei Schmuddelwetter: Auch Scheibenwischer und Klimaanlage konnten ihre Alltagstauglichkeit unter Beweis stellen.
Testtfahrt im E-Bus bei Schmuddelwetter: Auch Scheibenwischer und Klimaanlage konnten ihre Alltagstauglichkeit unter Beweis stellen.
(Bild: Holz / »kfz-betrieb«)

In der öffentlichen Diskussion über die Stickoxidbelastung zahlreicher deutscher Städte wird der Ruf nach (lokal) emissionsfrei fahrenden Bussen des ÖPNV immer lauter. Sie tragen zur Stickoxidbelastung innerorts erheblich mehr bei, als es ihrem zahlenmäßigen Anteil am Verkehrsaufkommen entspricht. In Düsseldorf betrug beispielsweise 2010 der Anteil der Busse nur 0,4 Prozent an der Jahresfahrleistung, sie waren aber für 5,7 Prozent der Stickoxid- und 2,4 Prozent der PM10-Emissionen des gesamten Kraftfahrzeugverkehrs verantwortlich.

Wegen der zunehmenden Relevanz für die Mitgliedsbetriebe befasste sich der Ausschuss Nutzfahrzeuge im ZDK daher mit diesem Thema. Auf der Agenda der Sitzung stand unter anderem der Punkt „Alternative Antriebe und Kraftstoffe“. Der ursprünglich geplante Besuch im Werk Salzgitter des Elektrobusherstellers Sileo musste aber entfallen, denn die Fabrikationshalle wurde wenige Tage vor dem Besuchstermin durch einen Brand zerstört. Ersatz fand der ZDK kurzfristig bei der Kraftverkehrsgesellschaft Braunschweig, die seit einem halben Jahr drei E-Busse der Firma Sileo im Linienverkehr im Großraum Salzgitter einsetzt.

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Nach einer Präsentation des technischen Konzepts der Sileo-E-Busse konnten die Mitglieder des Ausschusses den Linienbus in Augenschein nehmen. Besonderes Interesse fanden die auf dem Dach montierten Batterien und die Leistungselektronik. Die einzelnen Zellen der beiden redundant ausgelegten Stromspeicher sind austauschbar, hier zeichnet sich ein zumindest kleiner Wartungsmarkt für Werkstätten ab.

Dass E-Busse an Bedeutung gewinnen werden, verdeutlichten kürzlich die Verkehrsbetriebe Nürnberg (VAG). Sie kündigten an, ab 2020 nur noch Elektrobusse anzuschaffen und so bis 2030 die halbe Flotte von 160 Fahrzeugen rein elektrisch zu betreiben. Zurzeit verwenden bereits 50 Prozent der VAG-Busse Erdgas als Treibstoff, die VAG will an dieser Technologie jedoch nicht festhalten, da sie in der öffentlichen Wahrnehmung nicht als Alternative angesehen wird.

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