DAT-Report 2021 Autokäufer investieren trotz Corona Rekordsummen

Autor: Yvonne Simon

Der DAT-Report 2021 zeigt: Im vergangenen Jahr wurden zwar weniger Autos verkauft, die Transaktionspreise stiegen aber deutlich – sowohl bei Neu- als auch bei Gebrauchtwagen. Und es gibt gute Nachrichten für den Handel, was das Informationsverhalten der Käufer anbelangt.

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(Bild: DAT)

Trotz aller Corona-bedingten Unsicherheiten haben die Menschen im letzten Jahr nicht beim Autokauf gespart. Sowohl die Neu- als auch die Gebrauchtwagenpreise erzielten neue Höchstwerte, wie aus dem heute veröffentlichten DAT-Report 2021 hervorgeht.

Demnach zahlten die Autokäufer 2020 für Gebrauchtwagen durchschnittlich 14.730 Euro und damit fast 20 Prozent mehr als im Vorjahr. Zu erklären ist der steile Preisanstieg unter anderem damit, dass die Fahrzeuge jünger waren und eine geringere Laufleistung als im Vorjahr aufwiesen. Der durchschnittliche Neuwagenpreis kletterte von 33.580 auf 36.340 Euro. Dabei handelt es sich nicht um den Listenpreis, sondern um den tatsächlich entrichteten Betrag.

Die wenigsten Autokäufer zahlten bar: 84 Prozent der privaten Neuwagenerwerber haben ihr Fahrzeug finanziert oder einen Leasingvertrag abgeschlossen (2019: 77 Prozent). Bei den Gebrauchtwagen stieg die Finanzierungs- und Leasingquote um 13 Prozentpunkte auf 55 Prozent.

Händlerwebsite gewinnt an Relevanz

Allgemein ließ sich im letzten Jahr beobachten, dass das Automobil an Bedeutung gewonnen hat: 25 Prozent aller für den DAT-Report befragten Pkw-Halter gaben an, ihr Fahrzeug häufiger genutzt zu haben als im Vorjahr. Gleichzeitig ging allerdings die Jahresfahrleistung um 6 Prozent zurück, was unter anderem auf den Lockdown und die Arbeit im Homeoffice zurückzuführen ist.

Dass die Menschen viel Zeit zu Hause verbracht haben, spiegelt sich auch im Informationsverhalten vor dem Autokauf wider. Gebrauchtwagenkäufer recherchierten intensiver als sonst. 89 Prozent nutzten mindestens eine Onlinequelle, 99 Prozent mindestens eine Offlinequelle. Bei den Onlinequellen gewann die Händlerwebsite an Relevanz: 35 Prozent der Käufer informierten sich dort. Im Jahr zuvor waren es nur 22 Prozent.

Betrachtet man die Informationsquellen beim Neuwagenkauf, dann fällt auf, dass Neuwagenportale durchaus gefragt waren – immerhin 68 Prozent der Käufer, die im Internet recherchierten, informierten sich auf den Plattformen. Dort gekauft hat allerdings kaum jemand. Genau wie im Vorjahr waren es unter den Privatkäufern nur 10 Prozent.

Kaum Interesse an Abos

Das Muster „Interesse ja, Kauf eher nicht“ beobachtete die DAT in schwächerer Form auch beim Thema Elektromobilität. Immerhin 38 Prozent der Neuwagenkäufer hatten während der Informationsphase alternative Antriebe zumindest in Erwägung gezogen. Vor allem Hybridantriebe mit (18 Prozent) und ohne (21 Prozent) Stecker kamen in Betracht. Für rein batterieelektrische Fahrzeuge interessierten sich 11 Prozent der Käufer. Tatsächlich entschieden sich dann laut Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) aber nur 9 Prozent der Neuwagenkäufer für einen Stromer.

Kaum Interesse zeigten die Befragten hingegen an Autoabos. Nur 1 Prozent der Neuwagenkäufer habe sich eigenen Angaben zufolge intensiv mit Autoabos beschäftigt. 29 Prozent haben noch nie davon gehört. Als Alternative zum Autokauf können es sich nur 12 Prozent der Neuwagenkäufer vorstellen. Für 72 Prozent kommt es nicht infrage.

Weniger Reparaturen, mehr Wartungen

Die Studie beleuchtet auch das Servicegeschäft: Nachdem die Fahrleistung 2020 Corona-bedingt gesunken war, gab es weniger zu reparieren. Nur 32 Prozent der Fahrzeughalter berichteten, dass an ihrem Fahrzeug Verschleißreparaturen durchgeführt wurden. Statistisch errechnet die DAT einen Wert von 0,44 Reparaturen pro Pkw und damit einen deutlichen Rückgang zum Vorjahr (2019: 0,51).

Dafür ließen mehr Autofahrer Wartungsarbeiten erledigen: 2019 waren es 0,88 Wartungsarbeiten pro Pkw, 2020 dann 1,05. Dennoch scheint die Preissensibilität der Werkstattkunden gestiegen zu sein. 80 Prozent holten sich einen Kostenvoranschlag ein (Vorjahr: 74 Prozent).

Für den DAT-Report 2021 führte das Marktforschungsunternehmen GFK in der zweiten Jahreshälfte 2020 eine repräsentative Befragung unter knapp 4.550 Verbrauchern durch. Dabei handelte es sich um 2.550 Neu- und Gebrauchtwagenkäufer sowie rund 2.000 Werkstattkunden. Der DAT-Report erscheint seit 1974 jährlich. Er ist eine der größten Verbraucherstudien rund um den Pkw-Kauf und -Service in Deutschland.

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 Yvonne Simon

Yvonne Simon

Redakteurin Management & Handel