Dekra Bremsenprüfstand: Dekra bekämpft Kalibrierungsstau

Autor / Redakteur: Jakob Schreiner / Jens Scheiner

Bei der Kalibrierung von Rollenbremsprüfständen kam und kommt es aufgrund mangelnder Kapazitäten auch heute noch zu Verzögerungen bei der Kalibrierung. Die Prüforganisation Dekra hat darauf reagiert und jetzt ein zeitsparenderes Verfahren vorgestellt.

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Geht es nach der Dekra können Rollenbremsprüfstände künftig schneller als bisher kalibriert werden. Das neue Verfahren soll helfen, die aktuelle Bremsenprüfstandsrichtlinie schneller umzusetzen.
Geht es nach der Dekra können Rollenbremsprüfstände künftig schneller als bisher kalibriert werden. Das neue Verfahren soll helfen, die aktuelle Bremsenprüfstandsrichtlinie schneller umzusetzen.
(Bild: Schreiner / »kfz-betrieb«)

Mit einem neuen Verfahren könnte der Kalibrierungsstau bei Rollenbremsprüfständen bald der Vergangenheit angehören. Die Prüforganisation Dekra hat im Rahmen der Automechanika ein dynamisches Kalibierverfahren vorgestellt, dass den Prozess wesentlich beschleunigt. Im Idealfall ist der Prozess in 20 Minuten erledigt – das aufwendigere statische Prüfverfahren kann über zwei Stunden dauern.

Denn im Gegensatz dazu muss beim dynamischen Verfahren der Prüfstand nicht mehr zerlegt werden. Zur Prüfung muss lediglich noch das neu entwickelte Kalibrierwerkzeug, das in etwa die Größe einer Sackkarre hat, in den Rollenprüfstand gefahren werden und mit einem Fahrzeug beschwert werden. Anschließend laufen die Rollen an und der Prüfstand wird über seinen gesamten Messbereich bis hin zum maximalen Anzeigewert belastet.

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Dabei zeichnet ein Kamerasystem die vom Bremsenprüfstand angezeigten Werte auf. Anschließend werden dann diese Werte mit den vom Kalibrierwerkzeug tatsächlich ermittelten Bremskräfte abgeglichen. Beide Seiten des Prüfstandes müssen nacheinander kalibriert werden.

Weitere Vorteile: Stückprüfung und Kalibrierung können mit dem dynamischen Verfahren in einem Prozess erledigt werden und das Verfahren soll für einen Großteil der Bremsenprüfstände funktionieren, da es herstellerunabhängig einsetzbar ist. Außerdem wird das Gesamtsystem überprüft und nicht nur wie beim statischen Prüfverfahren der Kraftmess-Sensor isoliert betrachtet.

Das neue Prüfgerät soll ab sofort zum Einsatz kommen und sukzessive in die komplette Flotte der über 50 Dekra-Prüfmobile aufgenommen werden. Bis 2020 müssen die Inhalte der neuen Bremsenprüfstandsrichtlinie 2011 umgesetzt sein.

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 Jakob Schreiner

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Fachredakteur Ressort Service & Technik