E-Mobilität Dekra prüft Hochvoltakkus mit Schnelltests

Von Peter Diehl

Nur 15 Minuten soll der Schnelltest dauern, den Dekra ab sofort für die Diagnose von Hochvoltakkus anbietet: Zur primären Zielgruppe gehören auch größere Autohäuser; Privatkunden will man später ansprechen. Testfähig sind bislang rund 50 Baureihen von europäischen und asiatischen Herstellern.

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Mit dem Schnelltest von Dekra sind Hochvoltakkus von bislang rund 50 Fahrzeugbaureihen testbar. Prognostizierter Zeitaufwand: 15 Minuten.
Mit dem Schnelltest von Dekra sind Hochvoltakkus von bislang rund 50 Fahrzeugbaureihen testbar. Prognostizierter Zeitaufwand: 15 Minuten.
(Bild: Dekra)

Nahezu jede Prüforganisation bietet inzwischen Tests für Hochvoltakkus von E-Fahrzeugen an. Dabei entsprechen Schnelltests dem Bedarf von Kfz-Betrieben mehrheitlich besser als die mitunter Tage in Anspruch nehmenden ausführlichen Tests. Das jüngste Angebot von Schnelltests stammt von Dekra.

Die Prüforganisation schreibt in einer Mitteilung: „Der neue Dekra Batterie-Schnelltest ist im Rahmen einer fortgeschrittenen Großkunden-Pilotierung bereits im Einsatz und wird in den kommenden Monaten weiter ausgerollt. Zunächst richtet sich das Dienstleistungsangebot an Kunden im Bereich Gebrauchtwagenmanagement wie Leasinggesellschaften oder große Autohäuser. Privatkunden, für die das Thema Batteriezustand – unter anderem aufgrund entsprechender Herstellergarantien – insgesamt weniger risikobehaftet ist, werden zu einem späteren Zeitpunkt angesprochen.“

Getestet wird der Zustand des Hochvoltakkus, neudeutsch „state of health“ –oder kurz SoH. Den zeitlichen Aufwand beziffert Dekra mit 15 Minuten, in denen während „einer sehr kurzen Testfahrt“ die Kenndaten des Akkus über die OBD-Dose aufgenommen werden. Was die Prüforganisation unter einer sehr kurzen Testfahrt versteht? Eine Beschleunigungsfahrt über 100 Meter.

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Dekra-Vorstandsmitglied Ulrike Hetzel erklärt den Vorgang genauer: „Hinter dem Verfahren stehen eine sehr aufwendig bestückte Datenbank und ein hoch komplexer Algorithmus. Die Basisdaten werden im Vorfeld für jeden einzelnen Fahrzeugtyp mit Messfahrten unter unterschiedlichen Bedingungen ermittelt; anschließend folgen eine entsprechende Strukturierung und weitere aufwendige Berechnungen, teilweise mithilfe Künstlicher Intelligenz. Den gesamten Prozess bezeichnen wir als ‚Parametrierung‘. Die im Testfall gemessenen Werte werden dann anhand dieser typspezifischen Parameter bewertet.“

Einhundert Baureihe bis Jahresende

An der Validierung des Testverfahrens beteiligt waren laut Dekra die Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule (RWTH) Aachen und Fahrzeughersteller, die jedoch ungenannt blieben. Aktuell angeboten wird der Schnelltest unter anderem für Volumenmodelle der Marken BMW, Hyundai, Kia, Mercedes-Benz, Renault und VW; insgesamt etwa 50 Baureihen, die rund ein Drittel des Bestands an batterieelektrischen und Hybrid-Fahrzeugen in Deutschland abdecken. Bis zum Jahresende soll sich die Zahl der testfähigen Baureihen verdoppeln.

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