Oldtimerkongress Recht&Schaden

Fälschungen auf der Spur

| Autor: Steffen Dominsky/Konrad Wenz

Knapp 30 Fahrzeuge machten sich auf den Weg durch Tauberfranken und Maindreieck.
Knapp 30 Fahrzeuge machten sich auf den Weg durch Tauberfranken und Maindreieck. (Bild: Wenz)

Manchmal – wenn es beispielsweise darum geht, festzustellen, ob ein Fahrzeug gefälscht ist, also ob die Fahrgestellnummer (FIN) manipuliert wurde –, reicht es Zahlenkombination mithilfe einer Taschenlampe zu kontrollieren. Besser gesagt allen voran deren Rückseite, gegebenenfalls mit Unterstützung eines kleines Spiegels. „Nicht alle Oldtimer tragen das Risiko, gefälscht zu werden. Meist sind es die Topmodelle einer Baureihe“, erklärte Peter Deuschle, Sachverständiger und bekannter Oldtimerexperte, im Rahmen seines Vortrags beim Oldtimerkongress „Recht & Schaden“ am 11./12. Mai im Würzburger Vogel Convention Center. Zum ersten Mal fand der gemeinsam von BVSK, ZKF und »Fahrzeug+Karosserie« veranstaltete Kongress in Würzburg statt. Unterstützt wurde der Event vom Hauptsponsor GTÜ sowie sechs weiteren Ausstellern.

Oldtimerkongress 2018: Wissen für Klassik-Betriebe

Auch wenn die sichtbare Seite einer FIN oftmals „perfekt“ gefälscht, also bearbeitet wird, so trifft das kaum auf die Rückseite der entsprechenden Blechpartie zu, so Deuschle. Wer die in Augenschein nimmt, könne oft relativ genau erkennen, ob eine Manipulation vorliegt oder nicht. Selbst wenn man dafür vielleicht die unter Umständen lackierte Fläche mit etwas Schmirgelpapier bearbeiten oder ein kleines Loch bohren muss, um beispielsweise mit einem Endoskop auf die Rückseite zu blicken. Auch die FIN vor einem vermeintlichen Oldtimerkauf mithilfe einer meist einfachen Internetrecherche oder eines Fachbuchs aufzuschlüsseln, liefert dem Käufer oftmals wertvolle Informationen zum jeweiligen Modell und dessen „echten“ Fahrgestellnummern.

Doch selbst wenn das Objekt der Begierde papiertechnisch in Ordnung ist, muss es das lange noch nicht auch lack- bzw. blechtechnisch sein. Denn nicht selten steckt unter der glänzenden Hülle der blanke Pfusch. Doch wie diesen zerstörungsfrei aufdecken? „Ganz einfach!“, antwortet Volker Carl von der Theta-Scan GmbH. „Mithilfe des aktiven Thermografieverfahrens können wir schnell und einfach unter den Lack eines Oldtimers blicken. So erkennen wir, ob, wo und vor allem auch wie eine Karosserie nachlackiert, gespachtelt bzw. gezinnt wurde“, warb Carl im Rahmen seines Vortrags „Fälschungen und Betrug bei Oldtimern erkennen“ für das von ihm für Anwendung bei Fahrzeugen entwickelte Verfahren. Dieses kann durch die Entwicklung als mobile Einheit auch beim Kunden vor Ort durchgeführt werden. Ab 250 Euro (ohne Anfahrtskosten) für einen Seitenscan links/rechts ist der Auftraggeber dabei.

Und wenn der Oldie dann doch zum (gerichtlichen) Streitfall wird? „Es gibt in Deutschland 150.000 Rechtsanwälte. Suchen Sie sich den richtigen Anwalt, der Benzin im Blut hat!“, lautet die Empfehlung, die Elmar Fuchs im Rahmen seines Vortrags gab. Informationen hierzu bietet das Portal autorechtaktuell.de, so Fuchs. Kfz-Betrieben hingegen machte der bekannte Fachanwalt Mut, indem er darauf hinwies, dass es kaum Gerichtsurteile zu Ansprüchen gegen Restaurationsbetriebe gebe. Mit anderen Worten: Fast ausnahmslos trage bei Konflikten zwischen Auftraggeber und Betrieb auch der Kunde eine deutliche Mitschuld; beispielsweise dann, wenn er auf Bezahlung ohne Rechnung bestehe oder ungenaue Angaben zum Arbeitsauftrag mache. Wie ein Werkstattauftrag rechtssicher formuliert wird, erfahren die ZKF-Mitglieder übrigens auch auf dem ZKF-Branchentreff am 15./16. Juni 2018 in Wolfsburg.

Ergänzendes zum Thema
 
Wachstumspotenzial für Oldies

Neben diesen Vorträgen bot der Oldtimerkongress „Recht & Schaden“ viele weitere informative und spannende Vorträge. Vor allem aber bot er den Teilnehmern zahlreiche Möglichkeiten, um sich unter Gleichgesinnten auszutauschen und „Benzin“ zu reden. Neben dem Abendevent am Freitag im Würzburger Hofbräukeller bot sich dafür auch die gemeinsame Oldtimerausfahrt an – ein Novum des Oldtimerkongresses. Rund 30 Teilnehmer waren dazu mit ihrem Klassiker nach Würzburg gekommen und nahmen am Freitagmittag die 130 Kilometer lange Tour durch Main- und Tauberfranken unter die Räder. Als Zwischenziel fungierte dabei der „Brückenbaron“, ein für technikaffine Menschen willkommenes Ausflugsziel. Wer mehr über den Oldtimerkongress erfahren bzw. selbst einmal mit von der Partie sein möchte, findet hier weitergehende Informationen.

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