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IAA Karosserie-Highlights in Frankfurt

| Autor / Redakteur: Jürgen Klasing / Dipl. Ing. (FH) Konrad Wenz

Die 67. Internationale Automobil Ausstellung (IAA) in Frankfurt musste auf einige Fahrzeughersteller verzichten. Dennoch zeigt die Messe die Zukunft der Mobilität. Schwerpunkte sind neue elektrische oder hybride Antriebe – und die zugehörigen Karosseriekonzepte.

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In diesem Jahr steht die IAA ganz unter dem Einfluss der E-Mobilität.
In diesem Jahr steht die IAA ganz unter dem Einfluss der E-Mobilität.
(Bild: Klasing)

Premieren und Konzeptautos eröffnen derzeit in Frankfurt den Blick in die automobile Zukunft. Dabei wird eines klar: Der Verbrenner wird von den Fahrzeugherstellern noch lange nicht abgeschrieben. Dennoch ist die Elektromobilität ein großes Thema auf der 67. Internationalen Automobilausstellung.

Die IAA ist zudem traditionell auch eine Leistungsshow der zahlreichen Zuliefer- und Entwicklungspartner, die für die Automobilhersteller neue Ideen entwickeln, umsetzen und fertigen. Sie können hier ihre Kompetenz demonstrieren und ihre Ideen für das Auto von morgen präsentieren.

Für den Karosserie- und Fahrzeugbauer lohnt sich ein Messebesuch, um sich über die aktuelle Modellvielfalt der Automobilhersteller zu informieren und um einen Blick auf und in die künftigen Fahrzeuge und deren Ausstattung zu werfen. Unter diesem Blickwinkel hat die Redaktion von »Fahrzeug+Karosserie« die Messehallen durchlaufen und Interessantes entdeckt:

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BMW

Der bayerische Hersteller BMW stellt das Modell X3, ein Sports Activity Vehicle (SAV) in der Mittelklasse, in der dritten Generation vor. Der neue X3 kombiniert Offroad-Optik mit einem sportlichen Auftritt und hat ein überraschendes Karosseriekonzept: Motorhaube, Kotflügel und die vorderen Türen sind in Aluminium gefertigt, die hinteren Türen sind in Stahl gehalten ausgeführt. Mit der Konzeptstudie BMW Z4 zeigen die Münchner zudem einen offenen Zweisitzer, der an den Z8 anknüpfen soll – Aluminiumbauweise inklusive.

Thyssen-Krupp Automotive

Der Automotive-Bereich des Stahlherstellers macht sich seine Erfahrung mit dem Werkstoff zu Nutze und präsentiert einen leichten und sehr stabilen Batteriekasten mit modularem Aufbau für unterschiedliche Fahrzeugmodelle. Die Crashanforderungen in diesem Bereich sind sehr hoch, sodass die warmumgeformten Bleche, die höchstfesten und hochfesten ihre unterschiedlichen Festigkeiten ausspielen können.

Seat

Die spanische Tochter des VW-Konzerns präsentiert den City-SUV Arona, der auf Basis des neuen Seat Ibiza entstanden ist. Beide Modelle sind in Stahl-Leichtbauweise gefertigt und kommen aus dem Werk Martorell. Die Redaktion der F+K konnte übrigens den Karosseriebau besichtigen. Der Bericht hierzu folgt in einer der kommenden Ausgaben.

Mercedes Benz

Der Stuttgarter Hersteller zeigt nicht nur schnelle Sport- und Luxusfahrzeuge, sondern auch den Weg zur individuellen Ersatzteilproduktion mittels Additiver Fertigung oder 3D-Druck. Zur Demonstration der Fertigung von 3D-Druck-Erzeugnissen laufen zehn Drucker parallel und fertigten Muttern und Schrauben aus Kunststoff. Auch wenn die Fertigung der Ersatzteile noch relativ langsam ist, das Besucherinteresse war schon während der Presse- und Fachbesuchertage groß.

Valeo

Der Zulieferer Valeo zeigt neben seinen elektrischen Komponenten erstmals auch strukturelle Fahrzeugteile aus Kompositmaterial, die im Vergleich zu einer Stahlausführung etwa 30 Prozent leichter sein sollen. Ein ausgestelltes und serienreifes Frontend-Oberteil erfüllt angeblich die Crash- und Temperaturvorgaben der OEM. Weitere Einsatzgebiet des Langfasermaterials können die Kofferraummulde oder Dachspriegel sein.

Opel

Der große Bruder des Crossland X, der Grandland X feiert in Frankfurt Premiere. Das SUV ist als Ganzstahlkarosserie konzipiert und hat folgende Anbauteile aus Aluminium: Motorhaube und Kotflügel, sowie die Heckklappe. Das Dachpanel und die Türen sind in Stahlblech ausgeführt.

Brose

Der Entwicklungspartner der Automobilindustrie hat neben elektrischen Komponenten auch eine neuartige Zugangslösung mit nach Frankfurt gebracht: den Komforteinstieg. Das Auto erkennt den Fahrer, die Tür öffnet sich selbsttätig und die Seitenwangen des Vordersitzes senken sich leicht ab. Zentrales Element dieser Komfortfunktion ist ein elektrischer Seitentürantrieb, den Brose weiterentwickelt hat. Mittels Smartphone oder durch Gesten gesteuert, öffnet und schließt er die schwenkbare Autotür – auch in Hang- und Schräglagen.

Webasto

Das gesamte Dach als durchsichtbare Glasfläche mit Verdunklungsmöglichkeit – diese Option kann der Dachsystem-Spezialist Webasto umsetzen. Das dreiteilige Panoramadach kann das zweite Element heben oder ganz öffnen. Dann wirkt der vorderste schmale Glasstreifen als Spoiler und lenkt den Fahrtwind über das geöffnete Glasdachelement. An einem Konzeptfahrzeug setzte der Dachspezialist ein Glasdach aus drei Elementen um, die alle nach hinten verschoben und gestapelt als Paket im Kofferraum abgelegt werden können. Dann entsteht quasi ein Cabrio mit feststehenden Seitenscheiben. Die Glaselemente können zudem gedimmt werden, sodaß störendes Sonnenlicht reflektiert wird.

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