Neue Modelle Elektrischer Mercedes GLC: Der Hoffnungsträger

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Mit dem vollelektrischen GLC setzt Mercedes auf einen Bestseller. Die erste Variante ist nun bestellbar. Warum Experten den Schritt loben – und Zweifel an der Ausrichtung des Herstellers bleiben.

Am Vorabend des ersten IAA-Tages zeigte Mercedes den neuen elektrischen GLC der Presse.(Bild:  © Mercedes-Benz)
Am Vorabend des ersten IAA-Tages zeigte Mercedes den neuen elektrischen GLC der Presse.
(Bild: © Mercedes-Benz)

Mercedes-Benz hat in München mit dem vollelektrischen GLC seinen neuen Hoffnungsträger vorgestellt. Der SUV aus dem mittleren Segment des Autoherstellers war bislang nur als Verbrenner oder Plug-in-Hybrid erhältlich. „Der GLC ist das meistverkaufte Modell bei Mercedes-Benz, deswegen ist dieses Auto so wichtig“, sagte Mercedes-Chef Ola Källenius der Deutschen Presse-Agentur. Der Verkauf starte vor Weihnachten und die ersten Auslieferungen in Europa werde es im Frühjahr geben.

Zu Preisen ab gut 71.000 Euro ist der Mercedes-Benz GLC seit Ende Oktober bestellbar. Zum Start gibt es eine 360 kW starken Top-Variante mit Allradantrieb, 84 kWh großer Batterie und ungefähr 700 Kilometern Reichweite. Zur Ausstattung zählen Panoramadach, Akustikglas und eine Selfie-Kamera. Der große „MBUX Hyperscreen“, der sich über das gesamte Armaturenbrett zieht, kostet Aufpreis.

Einstiegsmodell für circa 60.000 Euro

Das Antriebsangebot wird im kommenden Jahr mit zwei weiteren Antriebsvarianten ausgebaut. Insgesamt soll es fünf Ausführungen geben, darunter auch ein Einstiegsmodell, das im Bereich von 60.000 Euro liegen dürfte. Zum Vergleich: Für den aktuellen Verbrenner-GLC beginnen die Preise bei Mercedes bei etwa 54.000 Euro.

Mercedes befinde sich am Anfang einer beispiellosen Produktoffensive, die mit dem neuen elektrischen CLA aus dem Einstiegssegment bereits vor einigen Monaten angefangen habe.

Schwacher Absatz bei Mercedes

Einen Verkaufsschlager könnte Mercedes gut gebrauchen. Im ersten Halbjahr hatte der Hersteller acht Prozent weniger Pkw und Vans abgesetzt als im ohnehin schon schwachen Vorjahreszeitraum. Das Konzernergebnis hat sich mehr als halbiert. Als Gründe führte Mercedes unter anderem Zölle und geringere Absatzzahlen an. Der neue GLC sei das erste Modell mit „dem neu gestalteten, markenprägenden, verchromten Kühlergrill“, hieß es laut Mitteilung.

Damit rückt Mercedes vom Design der elektrischen EQ-Modelle ab und nähert sich optisch wieder deutlich dem klassischen Verbrenner an. Als erstes Modell der neuen Elektro-Baureihe komme der GLC 400 4-Matic auf den Markt. Vorläufig und basierend auf Prognosen betrage die Höchstgeschwindigkeit 210 km/h und die Reichweite mehr als 700 Kilometer.

Dudenhöffer: „Ein wichtiger Schritt für Mercedes“

„Der neue GLC ist ein wichtiger Schritt für Mercedes“, sagte Branchenexperte Ferdinand Dudenhöffer. Nach dem im Frühjahr vorgestellten neuen CLA im Einstiegssegment sei es nun beim GLC schön, dass Mercedes die breite Mittelklasse bediene. Mercedes habe sich zuletzt zu stark auf das Luxussegment kapriziert und dadurch wichtige Kunden verloren, sagte Dudenhöffer.

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Dass sich Verbrenner und E-Modelle bei Mercedes künftig wieder mehr ähneln, bewertete der Experte positiv: „Diese strenge Differenzierung zwischen Verbrennern und Elektroautos gehört der Vergangenheit an.“

Zwischen Aufbruch und Orientierungslosigkeit

„Es ist dringend an der Zeit, dass Mercedes mal ein großer Wurf gelingt“, sagte Frank Schwope, Autoexperte und Lehrbeauftragter an der Fachhochschule des Mittelstands Berlin. Er wisse aber nicht, ob das beim neuen GLC der Fall sein werde. „Mercedes mäandert die letzten Jahre ein wenig orientierungslos durch die Automobilwelt“, sagte Schwope. Er vermisse die geradlinige Ausrichtung.

Mercedes setze mit dem neuen GLC ein wichtiges Signal, sagte Stefan Reindl vom Institut für Automobilwirtschaft im schwäbischen Geislingen. Das Modell sei für den Konzern von zentraler Bedeutung und biete gute und wettbewerbsfähige Werte. Ob das überarbeitete Kühlergrill-Design auf den relevanten Märkten ankomme, müsse sich allerdings noch zeigen.

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