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Acea Nutzfahrzeugzulassungen im Mai weiter im Minus

| Redakteur: Dr. Holger Schweitzer

Die Corona-Talfahrt bei den Neuzulassungen setzte sich im Nutzfahrzeugsegment auch im Mai fort. Das zeigen die Zahlen des Europäischen Automobilherstellerverbands Acea. Gleichzeitig gibt es auch hoffnungsvolle Signale, denn der Rückgang war weniger dramatisch als noch im April.

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(Bild: Daimler)

Für die Nutzfahrzeugbranche war der Mai alles andere als ein Wonnemonat. Ähnlich wie bereits seit Beginn der Corona-Pandemie wurden auch im vergangenen Monat deutlich weniger Nutzfahrzeuge in den Ländern der EU und der Efta sowie in Großbritannien zugelassen. Wie der europäische Automobilherstellerverband Acea am Mittwoch bekannt gab, wurden in diesen Märkten im Mai 48,6 Prozent weniger Nutzfahrzeuge zugelassen als im Vergleichsmonat 2019. Der Verband führt dies – wie auch in den Vormonaten – auf die sinkende Nachfrage im Zuge der Coronakrise zurück.

Am deutlichsten fiel der Einbruch in Großbritannien aus. Hier erfolgten um 74,6 Prozent weniger Neuzulassungen. Aber auch in Spanien betrug das Minus noch stolze 59 Prozent. Etwas besser, aber dennoch schwer gezeichnet ist der deutsche Markt mit einem Rückgang um 47,9 Prozent. In Italien wurden gut 36 Prozent weniger Nutzfahrzeuge zugelassen und in Frankreich waren es 35 Prozent weniger.

Schwere und mittlere Klasse am stärksten betroffen

Am stärksten brach im Mai nach Beobachtungen des europäischen Branchenverbands die Nachfrage bei der schweren Nutzfahrzeugklasse, also bei Fahrzeugen über 16 Tonnen, ein. Hier verzeichnete Acea ein Minus von 60,5 Prozent mit 13,327 verkauften Fahrzeugen. In Deutschland kamen 58 Prozent weniger Lkws neu auf die Straßen, in osteuropäischen Ländern wie Estland, Bulgarien oder Ungarn waren es über 80 Prozent. In Großbritannien rollten 75,5 Prozent weniger Lkws von den Höfen der Händler.

Bei den Fahrzeugen über 3,5 Tonnen ein ähnliches Bild: Sie waren 58,2 Prozent weniger gefragt als im Mai 2019. Allerdings weist der Brüsseler Branchenverband darauf hin, dass es für Fahrzeuge dieser Klasse bereits der elfte Monat mit rückläufiger Nachfrage war. Relativ gut präsentiert sich dabei der deutsche Markt, wo im Mai knapp 4,500 Einheiten verkauft wurden (–54,6 %). Einziges Land mit einem Plus war Griechenland: Hier wurden 42 Lkws der mittleren Klasse neu zugelassen, 11 mehr als im Mai 2019.

Nicht viel anders sieht es bei den Bussen aus. Mit knapp 1.747 verkauften Einheiten fanden in Europa 61,3 Prozent weniger Busse neue Besitzer als noch im Vorjahr. Im europäischen Vergleich steht hier Deutschland jedoch noch recht gut da: Hier beträgt laut dem Herstellerverband das Minus lediglich 17 Prozent. In Italien sind es sogar nur 13,6 Prozent. In Irland und Kroatien hingegen wurde kein einziger Bus mehr zugelassen. Allerdings gibt es auch hier positive Ausreißer: Schweden verzeichnete ein Zulassungsplus von 44,8 Prozent, in Finnland waren es 47,8 und in Tschechien 62,6 Prozent. Da in Zypern im Mai zwei Busse zugelassen wurden, kann man sich auf der Mittelmeerinsel über ein 100-prozentiges Wachstum freuen.

Anzeichen für Erholung bei Transportern

Auch wenn die Nachfrage bei leichten Nutzfahrzeugen in Europa mit einem Minus von 46,2 Prozent im Vergleich zum Mai 2019 nach wie vor drastisch ist. Es gibt Zeichen einer leichten Erholung in diesem in der Vergangenheit so erfolgsverwöhnten Segment. Brach die Nachfrage im April noch um bis zu 80 Prozent in manchem europäischen Land ein, so erholte sich der Markt im April beispielsweise in Spanien (–58,7 %), Italien (–35,3 %) und Frankreich (–35,9 %). In Deutschland hingegen sank Nachfrage weiter und lag bei 45,5 Prozent. Stark gebeutelt zeigt sich auch hier der britische Markt: 74 Prozent weniger Transporter wurden zugelassen.

Insgesamt lagen die Neuzulassungen leichter Nutzfahrzeuge in den Ländern der EU und der Efta sowie in Großbritannien in den ersten fünf Monaten dieses Jahres 38,2 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Den größten Einbruch erlebte Spanien mit einem Minus von 51,2 Prozent. In Deutschland wurden 93.382 Transporter zugelassen – 26,6 Prozent weniger als noch im Vergleichszeitraum 2019.

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