Durchstarten Optimistisch nach vorne schauen

Die Eurogarant Auto Service AG hat glücklicherweise schon vor dem Corona-Ausbruch „mobile working“ getestet. Dies machte zwar Umsatzeinbußen nicht wett, sorgte aber für ein fast reibungsloses Krisen-Szenario, berichtet der Vorstandsvorsitzende Thorsten Fiedler.

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Thorsten Fiedler ist Vorstandschef der Eurogarant Auto Service AG.
Thorsten Fiedler ist Vorstandschef der Eurogarant Auto Service AG.
(Bild: Eurogarant)

Redaktion: Wie steht es um die aktuelle Stimmungslage in Ihrem Unternehmen?

Thorsten Fiedler: Die Stimmung in unserem Haus ist gut, auch wenn immer nur ein Teil der Mitarbeiter vor Ort ist. Der Großteil arbeitet von zu Hause aus, wodurch uns natürlich auch viele persönliche Momente und soziale Kontakte fehlen.

Wie hat sich die Eurogarant AG auf das Jahr 2021 vorbereitet – was waren beziehungsweise sind die wichtigsten Schritte?

Thorsten Fiedler: Der Ausbau der Möglichkeiten im Homeoffice zu arbeiten. Da wir schon Anfang 2020, also schon vor Corona, eine Testphase gestartet hatten, bei der die Mitarbeiter in den eigenen vier Wänden gearbeitet haben, war die Umstellung für 2021 nicht mehr allzu schwierig. Zumal während des vergangenen Jahres die technische Ausstattung der Mitarbeiter ständig optimiert wurde.

Welche besonderen Herausforderungen gab es für das Unternehmen durch die Corona-Pandemie?

Thorsten Fiedler: Wir hatten so ziemlich die gleichen Themen, wie viele andere Firmen auch. Der Schutz der Mitarbeiter und Kunden stand im Vordergrund, weshalb viele Veranstaltungen und Seminare ausfallen mussten. Daraus resultierte auch die Herausforderung einer gerechten Einteilung der Mitarbeiter in den Büros in Friedberg und beim mobilen Arbeiten. Natürlich ist auch die wirtschaftliche Betrachtung sehr wichtig, um die Entwicklung der Umsätze für die zukünftigen Wochen und Monate einzuschätzen und abzuleiten.

Gab es auch positive Aspekte im Pandemie-Jahr 2020?

Thorsten Fiedler: Da viele Veranstaltungen, Messen und Geschäftsreisen der Pandemie zum Opfer gefallen sind, gab es natürlich auch für die Mitarbeiter mehr freie Abende und damit auch mehr Zeit für die Familie.

Wird sich das auch auf das Jahr 2021 auswirken?

Thorsten Fiedler: Es wird bestimmt noch viele Monate dauern, bis eine Rückkehr zur Normalität in Sicht ist. Durch den Lockdown gibt es natürlich auch nicht viele Optionen, den Abend außerhalb des eigenen Bereichs zu verbringen. Damit wird auch das erste Halbjahr 2021 im Fokus einer persönlichen Entschleunigung stehen.

Glauben Sie, dass wir zu einem „Normalzustand“, wie vor der Pandemie, zurückkehren werden – wo sehen Sie Veränderungen?

Thorsten Fiedler: Erst einmal müsste man hinterfragen, ob vor der Pandemie wirklich der Normalzustand herrschte – jetzt, da man sich daran gewöhnt hat, geschäftliche Termine auch online stattfinden zu lassen, erscheint uns das als das neue „Normal“. Natürlich hoffen wir alle, dass man sich bald wieder mit Verwandten, Bekannten und Freunden treffen darf, dass alle Unternehmer Freude entwickeln können, an den sich wieder einstellenden Umsätzen, dass Gastronomie, Theater, Kinos, Fußballstadien und vieles mehr wieder besucht werden dürfen. Die Auswirkungen der Pandemie werden uns noch lange begleiten, zumal die wirtschaftlichen Einbußen vieler Firmen nur schwer wieder aufzuholen sind.

Was haben Sie, Ihr Unternehmen, aus der Krise gelernt – fühlen Sie sich für die Zukunft gewappnet?

Thorsten Fiedler: Ich glaube, dass wir alle erkannt haben, dass viele Dinge möglich sind, die vorher unvorstellbar waren. Beim Thema „Homeoffice und mobile working“ gab es aus unserer Sicht einen Quantensprung. Corona hat dafür gesorgt, dass diese Themen intensiv beleuchtet und getestet wurden. Unternehmer zu sein, stellt einen Jahr für Jahr vor neue Herausforderungen, die es zu bewältigen gilt. Das war schon vor Corona so und wird sich auch nach Corona nicht ändern. Allerdings wurden wir erstmals seit vielen Jahrzehnten mit einer solchen schlimmen Krise konfrontiert, die sich auf alle Lebensbereiche auswirkt. Jetzt beginnen die ersten Impfungen und uns allen bleibt die Hoffnung, dass mit zunehmender Resistenz gegen die Viren auch die Normalität in kleinen Schritten wieder Einkehr hält.

Welche Ratschläge können Sie an die Branche weitergeben?

Thorsten Fiedler: Im Prinzip hat uns nur geholfen, nach vorne zu schauen, auf verschiedene Online-Meeting-Modelle umzustellen und den Schritt zu wagen, die Mitarbeiter von zu Hause aus arbeiten zu lassen – und vor allem optimistisch zu bleiben.

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