Jahresbilanz Produktionsausfälle bremsen Campingfahrzeug-Boom ein

Von Andreas Wehner

Die Hersteller von Freizeitfahrzeugen eilten zuletzt von Rekord zu Rekord. 2021 erhielt die Branche jedoch ein Dämpfer. Durch Chipmangel, Lieferkettenprobleme und knappe Rohstoffe konnten die Hersteller nicht so viele Wohnmobile und Caravans produzieren, wie sie hätten verkaufen können.

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(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Die Neuzulassungen von Freizeitfahrzeugen in Deutschland waren im vergangenen Jahr erstmals seit mehreren Jahren wieder rückläufig. 106.138 neu registrierte Reisemobile und Caravans entsprachen einem Minus von 1,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wie der Caravaning-Industrieverband Deutschland (CIVD) am Donnerstag mitteilte.

Wohnmobile im Plus, Caravans rückläufig

Mit 81.420 Neuzulassungen legten die Wohnmobile für sich betrachtet um 4,3 Prozent auf einen neuen Rekordwert zu. „Dieser hätte jedoch wesentlich höher ausfallen können“, sagte CIVD-Präsident Hermann Pfaff. Während die Branche im ersten Halbjahr noch Spitzenwerte verzeichnet habe, sorgten Lieferkettenprobleme und Rohstoffknappheit dafür, dass die Produktion vielerorts stockte. Hinzu kam laut Pfaff, dass viele Käufer 2020 aufgrund der Mehrwertsteuersenkung eine Neuanschaffung vorgezogen hätten.

Diese Effekte fielen laut Pfaff aufgrund der geringeren Stückzahlen bei den Campinganhängern noch viel stärker ins Gewicht. Die Folge: Mit 24.718 Einheiten waren die Caravan-Neuzulassungen in Deutschland 2021 um 15,4 Prozent rückläufig,

Gebrauchtwagenmarkt angespannt

Der Markt für gebrauchte Freizeitmobile bewegte sich 2021 dagegen nahezu auf Vorjahresniveau. 79.219 Caravans und 94.025 Wohnmobile wechselten im vergangenen Jahr den Besitzer. Auch hier machte sich laut Pfaff die schlechtere Verfügbarkeit von Neufahrzeugen bemerkbar. „Die Händler brachten aus den Vermietflotten weniger junge Gebrauchte auf den Markt, da Neufahrzeuge fehlten. Die Bestandskunden hielten ihre Fahrzeuge länger, wegen der hohen Wartezeiten auf die Neuen“, sagte Pfaff.

Europaweit erreichten die Neuzulassungen von Freizeitmobilen laut CIVD mit 259.393 Einheiten ein neues Allzeithoch. Viele Camper gibt es neben dem größten Markt Deutschland vor allem in Frankreich (38.268 Neuzulassungen) und Großbritannien (32.207 Neuzulassungen).

Der Umsatz der deutschen Reisemobilbranche stieg im vergangenen Jahr verglichen mit 2020 um 12,1 Prozent auf einen neuen Rekordwert von 13,9 Milliarden Euro. Davon entfielen 7,5 Milliarden Euro (+16,1 %) auf Neufahrzeuge, 5,2 Milliarden Euro (+6,3 Prozent auf Gebrauchtfahrzeuge und 1,2 Milliarden Euro (+14,2 %) auf Zubehör.

Großes Käuferpotenzial

Auch für die Zukunft rechnen die Hersteller mit einer hohen Nachfrage. Der Optimismus der Branche nährt eine Studie des Meinungsforschungsinstituts Allensbach im Auftrag des CIVD. Demnach denken 1,3 Millionen Menschen in Deutschland darüber nach, innerhalb der nächsten beiden Jahren ein Wohnmobil zu kaufen. 700.000 erwägen die Anschaffung eines Wohnwagens.

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