Caravan-Salon 2022 Viel Optimismus trotz schwieriger Liefersituation

Quelle: sp-x

Die Hersteller präsentieren bei der 61. Auflage des Caravan-Salons wieder zahlreiche Neuheiten. Kompakte Modelle sind weiterhin der Renner.

Der Düsseldorfer Caravan-Salon öffnet vom 26. August bis 4. September seine Pforten.
Der Düsseldorfer Caravan-Salon öffnet vom 26. August bis 4. September seine Pforten.
(Bild: CVID)

Der Düsseldorfer Caravan-Salon war in den vergangenen beiden Jahren themenübergreifend eine der ganz wenigen Messen, die trotz Corona-Pandemie als Live-Veranstaltung stattfinden konnten. Mit limitiertem Einlass und Maskenpflicht zwar, aber dank eines funktionierenden Hygienekonzepts und trotz etlicher Absagen durchaus mit Erfolg.

Keine Frage also, dass die weltgrößte Ausstellung für Reisemobile und Caravans auch in diesem Jahr wieder ihre Pforten öffnet. Vom 26. August bis 4. September wird nicht nur die Rückkehr zur Normalität gefeiert, sondern mit der 61. Auflage des Branchengipfels wird gleich der größte Caravan-Salon der Geschichte versprochen.

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Über 650 Aussteller auf 250.000 Quadratmetern

Die Ausstellungsfläche wächst um drei weitere Hallen und dehnt sich damit auf insgesamt 16 Hallen mit einer Fläche von 250.000 Quadratmetern aus, in denen weit über 650 Aussteller für einen Rekord sorgen werden.

An eine neue Besucher-Bestmarke glaubt Stefan Koschke, der für den Caravan-Salon verantwortliche Messedirektor, allerdings nicht. Diese liegt bisher bei über 270.000 Leuten aus der Zeit vor der Pandemie.

Allein schon, weil es an den Wochenenden eine Tagesbegrenzung auf 40.000 Besucher geben wird – auch wenn das doppelt so viel ist wie in den Corona-Jahren.

Lieferkettenprobleme belasten die Branche

Aktuell steckt die Caravaning-Branche in einem Dilemma. Einerseits ist die Nachfrage vor allem nach Reisemobilen unverändert hoch und die Auftragsbücher der Hersteller sind gut gefüllt.

Andererseits belasten Lieferkettenprobleme als Folge der Corona-Pandemie und des Ukraine-Kriegs massiv den gesamten Geschäftszweig. Fehlende Fahrzeugchassis schränken die Produktion ein oder bringen sie sogar teilweise zum Erliegen, nicht lieferbare Bauteile und Komponenten wie Fenster, Türrahmen, Toiletten oder Kühlschränke verhindern die Auslieferung.

Tausende von Reisemobilen stehen derzeit unfertig bei den Herstellern auf Halde, weil oft nur ein einziges wichtiges Teil fehlt. Entsprechend dehnen sich Lieferfristen auf ein Jahr und mehr aus. Und in der Zwischenzeit treibt die Inflation zudem die Preise in die Höhe, denn die Preissteigerungen bei den Materialkosten geben die Hersteller natürlich an die Kunden weiter.

Rekorde bei den Neuzulassungen

Die Zulassungszahlen belegen diese Entwicklung. So fuhren die Reisemobile mit über 81.420 Neuanmeldungen im vergangenen Jahr zwar noch einmal den elften Allzeit-Rekord in Folge ein, brachen im ersten Halbjahr 2022 allerdings um satte 12 Prozent ein.

Die Wohnwagen erlebten ihr Waterloo mit einem Minus von 15,2 Prozent (24.718 Einheiten) dagegen schon im vergangenen Jahr und erholten sich dafür in den ersten sechs Monaten (9,0 Prozent Plus) ein bisschen, weil das Chassis-Thema hier keine große Rolle spielt.

Doch einen Grund, Trübsal zu blasen, sieht Daniel Onggowinarso, der Geschäftsführer des Caravaning-Industrie-Verbandes und Mitveranstalters CIVD, dennoch nicht: „Caravaning steht für selbstbestimmtes und unabhängiges Reisen. Die Fangemeinde wächst seit vielen Jahren, und dieser Trend ist langfristig angelegt.“ Laut einer Allensbach-Studie äußern 1,2 Millionen Camper konkrete Kaufabsichten für Freizeitfahrzeuge in den nächsten ein bis zwei Jahren.

Ideenreiche und innovative Präsentationen

Die Reisemobil-Hersteller sehen das offenbar genauso, zeigen keinerlei Anzeichen von Lethargie, sondern präsentieren sich ganz im Gegenteil ideenreich und innovativ. So haben sich fast alle großen, renommierten Marken nach neuen Basisfahrzeugen umgeschaut, um die Fahrgestell-Probleme, die ausgerechnet beim Marktführer Fiat Ducato am heftigsten sind, zu kompensieren.

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