3D-Druck Volkswagen nutzt neues Verfahren mit Kleber statt Laser

Autor / Redakteur: Peter Diehl / Jan Rosenow

Mit dem Binder-Jetting-Verfahren will Volkswagen den 3D-Druck metallischer Teile in großen Stückzahlen wirtschaftlicher gestalten. Bis 2025 sollen auf diese Weise im Wolfsburger 3D-Druck-Zentrum jährlich bis zu 100.000 Teile entstehen.

Volkswagen-Mitarbeiter prüfen die Qualität von im Binder-Jetting-Verfahren hergestellten Bauteilen. Im Hintergrund der Prototyp des Druckers.
Volkswagen-Mitarbeiter prüfen die Qualität von im Binder-Jetting-Verfahren hergestellten Bauteilen. Im Hintergrund der Prototyp des Druckers.
(Bild: Volkswagen AG)

Volkswagen meldet den erstmaligen Einsatz eines neuen 3D-Druckverfahrens. Während bislang bei der additiven Fertigung metallischer Teile ein Laser für die Verbindung der einzelnen Schichten sorgt, übernimmt das beim so genannten Binder-Jetting-Verfahren ein Kleber. Anschließend werden die Teile erhitzt und geformt. Als Vorteile dieses Verfahrens nennt Volkswagen Gewichtsreduzierung um nahezu 50 Prozent, Kostensenkung und Produktivitätssteigerung, Letzteres auch durch verbesserte Positionierung der Teile im Drucker.

Unterstützung bei der Entwicklung des Binder-Jetting-Verfahrens erhielt der Autobauer durch Hewlett-Packard (HP) und Siemens, die den Drucker bzw. die Software beisteuerten. Die drei Unternehmen wollen ab Sommer 2021 ein gemeinsames Expertenteam um das Ende 2018 in Wolfsburg gestartete 3D-Druck-Zentrum etablieren. „Die Anlage dient auch dazu, die Mitarbeiter für den Einsatz dieser Technologien zu qualifizieren“, heißt es bei Volkswagen.

Die ersten Teile des neuen 3D-Druckverfahrens sind für die A-Säule des T-Roc Cabriolets bestimmt. Bis 2025 will man in Wolfsburg jährlich bis zu 100.000 Teile per 3D-Druck fertigen. Bislang sei die Fertigung großer Stückzahlen nicht wirtschaftlich genug gewesen, „durch die neue Technologie und die geschlossene Kooperation wird der Einsatz in der Serie wirtschaftlich jedoch realisierbar“, erklärt Volkswagen. Der Hersteller betont, bereits seit 25 Jahren mit 3D-Druck zu arbeiten und hierfür in den vergangenen fünf Jahren „einen mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Betrag“ investiert zu haben.

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 Peter Diehl

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Fachredakteur Automobiltechnik und -reparatur, Vogel Communications Group GmbH & Co. KG