Das Würzburger Branchenevent ging in diesem Jahr der Frage nach, welche Zukunft der Kfz-Sachverständige hat. Dafür zeigte das Sachverständigen Forum einige Geschäftsfelder auf, die den Sachverstand unumgänglich machen.
(Bild: Stefan Bausewein)
Starke Nachfrage zum Würzburger Branchenevent: Rund 400 Teilnehmer zählte das diesjährige Kfz-Sachverständigen Forum im Vogel Convention Center in Würzburg. Dabei stand nicht weniger als die Zukunft des Berufes Kfz-Sachverständiger auf dem Programm der Veranstaltung.
Unter dem Motto „Der Kfz-Sachverständige der Zukunft – Auslaufmodell, Nischenberuf oder gefragter Spezialist?“ beleuchtete die Veranstaltung verschiedene Teilbereiche des Sachverständigenwesens. Damit zeigte das von den Platin-Business-Partnern DAT, DSR24 und GTÜ unterstützte Branchenevent gleichzeitig mögliche zukünftige Betätigungsfelder für Sachverständige auf, die allerdings eine Spezialisierung erfordern.
Der Präsident des Bundesverbands freiberuflicher und unabhängiger Sachverständiger für das Kraftfahrzeugwesen (BVSK), Dirk Barfs, erklärte: „Die Anforderungen an Kfz-Sachverständige steigen ständig. Eine gute Ausbildung, viel Erfahrung und die erforderlichen Zusatzqualifikationen sind Grundvoraussetzung für diese Aufgabe. Wer zusätzlich Begeisterung für Mensch und Technik mitbringt und darauf brennt, ein Leben lang dazuzulernen, den erwarten interessante und vielfältige Berufsmöglichkeiten.“ Dies gelte sowohl für Tüftler, die sich spezialisieren wollen, als auch für Unternehmer, die in immer neue Geschäftsbereiche vordringen wollten. Dabei müsste die Qualifikation immer der Ausgangspunkt für den Sachverständigen sein. Denn es gebe viele selbsternannte Sachverständige, die von sich behaupten würden, alles zu können. Die Vielfältigkeit des Berufs und der stetige technische Fortschritt würden auch künftig viele Chancen für Freiberufler bieten.
Das Kfz-Sachverständigen Forum griff einige der Spezialgebiete auf, mit denen sich Sachverständige künftig beschäftigen sollten, oder gar müssen. Beispielsweise ermöglichten die Sachverständigen Ingmar Taube und Dirk Zedler einen Einblick in die Welt des Zweirads. Während Taube über die besonderen Herausforderungen bei der Gutachtenerstellung für Zweiräder, insbesondere Rahmenschäden berichtete, sprach Zedler ausschließlich über Fahrräder.
Die Fahrradwelt hat sich in den vergangenen Jahren komplett gedreht. Zedler erklärte, dass beispielsweise Mountain Bikes heute zu 90 Prozent mit einem Elektromotor ausgestattet seien. Zudem seien die Fahrräder immer hochwertiger geworden. Die damit verbundene Preisentwicklung mache das Geschäftsfeld Fahrrad für Sachverständige interessant, weil lukrativ.
Das Thema des Kfz-Sachverständigen Konrad Deuschle waren Gutachten und Bewertungen von Oldtimern. Dabei machte Deuschle deutlich, dass heute Fahrzeuge wie der Golf II per Definition Oldtimer seien, da diese Fahrzeuge die 30-Jahres-Grenze überschritten haben. Insgesamt schätzt der Sachverständige den Oldtimermarkt als sehr stabil ein – der Oldtimerbestand (zugelassene Fahrzeuge) habe sich in den vergangenen Jahren nur unwesentlich verändert.
Die Schadenkalkulation im Caravaning-Sektor sowie die besondere Problematik des Wasser- beziehungsweise Feuchtigkeitsschadens waren die Themen von Nicole Meixner und Felix Hoffmann vom Caravaning Gutachter Fachverband (CGF). Insbesondere bei der Preisermittlung für Caravan-Ersatzteile und -Arbeitswerte stößt der Sachverständige hier auf besondere Herausforderungen. Hierbei kann der CGF die Sachverständigen unterstützen, weil der Verband den Zugang zu den Teiledatenbanken der meisten Caravanhersteller hat.
Die Sachverständigen Jürgen Renz (AWG) und Markus Otremba (FSP) referierten über die Gutachtenerstellung bei Nutzfahrzeugen und das Thema von Raphael Damann (DAT) war der SoH (State of Health = Gesundheitszustand) der Batterie und wie dieser die Wertermittlung von E-Fahrzeugen beeinflusst. Die DAT hat für die Fahrzeugbewertung von Elektroautos eine neue Berechnungs-Methodik entwickelt, denn der Restwert des E-Autos ist abhängig vom tatsächlichen SoH-Wert. Der Sachverständige weiß dadurch, welche Auswirkung der SoH auf den Preis des Fahrzeugs hat.
Stand: 08.12.2025
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Schließlich griff Jochen Pamer, Rechtsanwalt und Geschäftsführer Autorechtaktuell, noch drei juristische Schwerpunktthemen aus der Schadenregulierung auf:
Preiserhöhungen bei fiktiver Abrechnung und Reparatur – wenn zwischen der Schadenbewertung und der Schadenregulierung längere Zeiträume liegen
Sachverständigenhonorarhöhe gemäß Gutachten oder Prüfbericht
Auswirkungen von Vorschäden auf das Sachverständigenhonorar
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