BMW-Rückruf Weitere Dieselmodelle müssen in die Werkstatt

Von Niko Ganzer

Diverse Kunden berichten, dass nun auch nach 2017 gebaute Autos in die Vertragswerkstatt einbestellt werden. Das KBA hat seinen Warnhinweis bislang aber nur teilweise angepasst.

Auch Fahrzeuge aus jüngeren Modellgenerationen wie der 3er-Kombi sind von dem aktuellen Rückruf betroffen.
Auch Fahrzeuge aus jüngeren Modellgenerationen wie der 3er-Kombi sind von dem aktuellen Rückruf betroffen.
(Bild: BMW)

Das AGR-Problem in Vier- und Sechszylinder-Dieselmotoren hält BMW-Vertragswerkstätten weiterhin auf Trab. Der deswegen erstellte Eintrag in der Rückruf-Datenbank des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) wegen erhöhter Brandgefahr existiert bereits seit drei Jahren.

Jedoch ist dieser Warnhinweis im Lauf der Zeit immer wieder erweitert worden. In den vergangenen Wochen gab es besonders viele Ergänzungen bei den Aktionscodes. Inzwischen sind dort 25 verschiedene gelistet.

Aktion gilt für verschiedene Modellgenerationen

Einige der zuletzt hinzugefügten Herstellerkennungen sind offenbar auch für jüngere Fahrzeuge relevant, wie diverse Betroffene in Online-Foren melden. Die im Kundenanschreiben als „Rückrufmaßnahme“ bezeichneten Aktionscodes „0011530600“, „0013820300“, „0013830300“, „0013840300“, „0013850300“ und „0013860300“ sind demnach für verschiedene aktuelle Modellgenerationen (aus dem Spektrum G0x bis G3x) vorgesehen.

Das KBA weist allerdings den betroffenen Bauzeitraum unverändert mit 2010 bis 2017 aus und die betroffene Stückzahl in Deutschland mit etwas über 500.000. Ob es demnächst Anpassungen in der Datenbank geben wird, „befindet sich in Klärung“, erklärte ein Behördensprecher auf Nachfrage. Fest steht, dass alle Aktionskürzel inzwischen den Status „überwacht“ haben, das heißt, es handelt sich um Pflicht-Updates.

Mehrstündiges Softwareupdate

Eine BMW-Sprecherin wollte zu den neuen Kennungen auf Anfrage nicht ins Detail gehen. Ausführlicher wurde sie lediglich zu den vier Rückrufkürzeln „0013450300“, „0013650300“, „0013500300“ und „0013710300“, die ihrer Aussage zufolge seit Juni für circa 340.000 Fahrzeuge in Europa gültig sind.

Das mehrstündige Softwareupdate beinhalte eine „Diagnose- und Schutzfunktion“, die frühzeitig auch kleine Leckagen im Ansauglufttrakt erkennen könne und somit eine weitere Motorschädigung beziehungsweise thermische Überlast verhindere. Seit 2021 gebaute Dieselmodelle haben diese Diagnosefunktion wohl ab Werk an Bord.

Keine „one fits all“-Lösung

„Grundsätzlich gilt, dass der Sachverhalt zur AGR-Thematik sehr komplex ist“, betonte die Sprecherin weiter. Angesichts vieler betroffener Modellreihen, Motor- und Steuergerätegenerationen sowie Homologationsvarianten gebe es keine „one fits all“-Lösung für die Betroffenen. „Ein Teil des Maßnahmenkataloges ist der Tausch des AGR-Kühlers, ein weiterer Teil ist die Aufspielung einer erweiterten OBD-Software“, sagte sie.

Zu in Online-Foren geäußerten Vorwürfen, dass das eigene Auto zum wiederholten Mal wegen der Angelegenheit in die Werkstatt kommen müsse, erklärte sie, dass es sich hierbei um „eine geringe Anzahl“ von Fahrzeugen handele. Sie „waren für eine Prüfaktion (auf Leckagen im Ansaugsystem) mit gegebenenfalls AGR-Kühlertausch im Service“ und bekämen nun die für ihr „Derivat die passend zugeschnittene Maßnahme zur Behebung der AGR-Problematik“.

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