Kfz-Schadenmanagement Kongress

Wer liefert die Teile?

| Autor: Konrad Wenz

Kommt die Reparaturklausel, dann könnte das den Erstazteilmarkt aufwirbeln.
Kommt die Reparaturklausel, dann könnte das den Erstazteilmarkt aufwirbeln. (Bild: Wenz)

Der Kfz Schadenmanagement Kongress am 12. und 13. November in Würzburg greift das derzeitige Megathema in der Schadensteuerung auf: Die Ersatzteilversorgung der instandsetzenden Betriebe. Dabei ist es das Ziel des Kongresses Schadensteuerer, Versicherungen, Leasinggeber, Flottenbetreiber sowie markengebundene und freie Werkstätten auf Augenhöhe zusammenzubringen. Den Event führen die Medienmarke »Kfz-Schadenmanager« und der Bundesverband der Partnerwerkstätten (BVdP) in Zusammenarbeit mit den Berufsverbänden Zentralverband Karosserie- und Fahrzeugtechnik (ZKF) und Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) durch. Zudem unterstützen die Partner Carbon, Dekra und More die Veranstaltung im Vogel Congress Center (VCC).

Die Tragweite des Themas Ersatzteile liegt auf der Hand: Der Verkauf von Originalteilen trägt in erheblichem Maß zu den Gewinnen der Fahrzeughersteller bei. Diese haben in den vergangenen Jahren die Preise für ihre Ersatzteile kontinuierlich erhöht. Versicherer, Schadensteuerer und Flottenbetreiber versuchen, der Preisentwicklung entgegenzuwirken, indem sie eigene Plattformen installieren, die ihre Partnerwerkstätten für ihre Ersatzteilbestellung nutzen können beziehungsweise sollen. Ein Übriges trägt die Initiative des Gesamtverbands Autoteile-Handel (GVA) zur Brisanz bei. Hier geht es darum, in die bestehende Gesetzgebung zum Designschutz eine sogenannte Reparaturklausel einzubringen.

Kontroverse Sichtweisen

Einen entsprechenden Gesetzentwurf „zur Stärkung des fairen Wettbewerbs“ hat das Bundeskabinett im Mai 2019 verabschiedet. „Die Bundesregierung setzt mit diesem Gesetzesentwurf auch den Auftrag aus dem Koalitionsvertrag um, eine Reparaturklausel in das Designrecht einzuführen, um im Bereich der karosserieintegrierten Ersatzteile fairen Wettbewerb zu schaffen und Verbraucher zu entlasten“, erklärt Claudius Dücker vom GVA. Er wird während des Kfz-Schadenmanagement Kongresses zum Stand der Dinge in Sachen Reparaturklausel berichten und darlegen, warum diese aus Sicht seines Verbands erforderlich ist.

Naturgemäß haben die Fahrzeughersteller eine sehr kontroverse Sicht auf das Thema Reparaturklausel. Keine Geringeren als Imelda Labbé, Leiterin Konzern After Sales der Volkswagen AG, sowie Dirk Weddigen von Knapp, Vorsitzender und Geschäftsführer des Volkswagen- und Audi-Partnerverbands, werden die Markensichtweise darlegen.

Darüber hinaus betrachtet der Kongress, welche Rechte der Geschädigte hat, ob die Initiativen der Schadensteuerer und Versicherer, ihre Partnerbetriebe über eigene Teileplattformen zu beliefern, ein Angriff auf den Originalteilemarkt ist und welche Abwehrszenarien denkbar sind. Die Rechtsanwälte Bernd Matthias Höke von der Kanzlei Voigt Rechtsanwalts GmbH und Elmar Fuchs von autorechtaktuell.de haben sich zu diesen Themen Gedanken gemacht. Letztlich wird auch die Versicherungswirtschaft selbst über ihre Beweggründe sprechen, auf das Teilegeschäft einzuwirken, und darüber, was künftig noch auf Verbraucher und Werkstätten zukommt. Hier beziehen Matthew Whittall von der Innovation Group und Thomas Geck von der HUK-Coburg Stellung. Zudem erfolgt ein Blick ins Ausland, wo die Teileversorgung durch die Versicherer schon weiter fortgeschritten ist als hierzulande – mit gravierenden Auswirkungen auf die Werkstätten und das Schadenmanagement insgesamt.

Ein weiteres Highlight des Programms ist die Bedeutung der Teilemarge für die Kfz-Betriebe und welche Auswirkungen eine Reparaturklausel hierauf haben wird. Darüber hinaus wird der Kfz-Schadenmanagement Kongress von einer Fachausstellung begleitet.

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