Beim nahezu parallel entwickelten 928 setzen die Porsche-Ingenieure ebenfalls auf die Transaxle- Architektur. „Eine Heckanordnung war für den relativ schweren und großen V8-Motor niemals in der Diskussion“, erklärt Kussmaul. Auch beim Gran Turismo hätten sich „strukturelle Karosserievorteile“ durch das starre Verbindungsrohr zwischen Motor und Getriebe sowie „die ausgeglichene Gewichtsverteilung“ als wesentliche Vorzüge erwiesen. Während der 924 als familientauglicher „Einstiegs-Porsche“ fungiert und neue Kundenkreise für die Marke erschließen soll, rangiert der 928 als schneller Reisewagen am oberen Ende der Skala. Das Design des Interieurs gilt als besonders fortschrittlich. Der luxuriöse 2+2-Sitzer tritt damit in einem anderen Marktsegment als der 911 an.
Dabei ist das damalige Porsche-Management um den Vorstandsvorsitzenden Ernst Fuhrmann überzeugt, dass der 928 dem weltweit gestiegenen Komfort- und Sicherheitsbedürfnis der Kundschaft entgegenkomme. Fuhrmann, ein erfahrener Techniker und der erste Porsche-Lenker, der nicht der Familie angehört, hält den 911 für ein Auslaufmodell. Die Kunden sehen es anders: Der Heckmotorklassiker, damals als G-Serie bereits im zweiten Produktionsjahrzehnt, erfreut sich weiterhin ungebrochener Beliebtheit bei Porsche-Fans weltweit. Deshalb nimmt Fuhrmanns Nachfolger Peter W. Schutz (Vorstandsvorsitzender von 1981 bis 1987) in seiner dritten Woche als Porsche-Chef die bereits getroffene Entscheidung zurück, den 911 einzustellen. Der Erfolg gibt ihm bis heute recht: Seit mehr als sechs Jahrzehnten gilt der 911 als Automobilikone und Sportwagen schlechthin.
Die Porsche-Zukunft In den 80er-Jahren basiert die Entwicklung der Marke also auf zwei gänzlich unterschiedlichen Sportwagenwelten. Dass der 924 dabei ein entscheidender Teil des wirtschaftlichen Erfolgs ist, zeigen die Produktionszahlen: Zwischen 1976 und 1988 werden mehr als 150.000 Exemplare seiner verschiedenen Derivate hergestellt – fast so viele wie vom 911 im gleichen Zeitraum. Damit wird die Grundlage für die Transaxle-Familie gelegt, zu der sich im Lauf der Jahre neben dem 928 noch die Vierzylinder-Modellreihen 944 und 968 gesellen. Trotz technischer Qualität und einer klaren Designlinie gelingt es dem Unternehmen nicht, genügend Synergien zwischen den Modellreihen zu nutzen. Jedes Fahrzeug wird fast wie ein eigenständiges Projekt entwickelt, mit eigenen Motoren, Karosseriekomponenten und Produktionsprozessen – das treibt die Kosten in die Höhe.
So geraten die Transaxle-Modelle in jene schwierigen Jahre der Marke, in denen Vision und Realität zeitweise auseinanderlaufen. Aus diesen Erfahrungen resultiert eine der wertvollsten Lehren für heute: Porsche arbeitet bei der Ausweitung der Modellpalette mit einer modularen Plattformstrategie und verfolgt damit einen völlig anderen Ansatz als zu Transaxle-Zeiten. Das bedeutet: Mehrere Modelle teilen sich zentrale technische Architekturen, etwa Fahrwerkskomponenten, Elektroniksysteme und Teile des Antriebsstrangs. Diese geteilten Plattformen erlauben Skaleneffekte, geringere Entwicklungskosten und schnellere Modellzyklen – ohne dass die einzelnen Baureihen an Eigenständigkeit verlieren. Und doch: „Aus heutiger Sicht“, meint Harm Lagaaij nicht ohne Stolz, seien die Transaxle-Modelle „sehr elegant gealtert“.
Sogar als Rallyewagen erfolgreich
Der Designer nennt konkrete Stärken: das Package mit großem Raumgefühl und 2+2- Konzept, den geräumigen Kofferraum, die große Heckscheibe als Besonderheit und konstruktive Herausforderung, eine nach wie vor überzeugende Dynamik, gepaart mit Sparsamkeit und Komfort. Ingenieur und Rennfahrer Roland Kussmaul lobt noch immer die Performance auf Rundkursen und Rallyepisten. Vor allem, wenn er an die leistungsstarken Derivate wie den 924 Turbo denkt, „die im Grenzbereich leicht zu beherrschen“ gewesen seien. Spätestens nach dem sensationellen zehnten Platz im Gesamtklassement bei der Rallye Monte Carlo 1982 mit ihm als Co-Pilot und Jürgen Barth am Steuer eines 924 Carrera GTS sei er davon überzeugt gewesen, dass dieser „ein echter Porsche“ sei.
Firmenhistoriker Frank Jung setzt einen anderen Akzent: „Der 911 ist der Markenkern von Porsche, aber wenn eine Marke zu sehr von einer Ikone abhängt, wird jede Veränderung verdächtig.“ Deshalb musste sich das Unternehmen in dieser kritischen Phase neu erfinden. Der 911 blieb – aber parallel setzte Porsche auf technische Konzepte, die in die Zukunft tragen sollten und letztlich ab den 2000er-Jahren den Weg für die heutigen viertürigen, Frontmotor-getriebenen Sportwagen der Marke ebneten. „Heute kann man das als strategischen Mut beschreiben. Damals war es ein großes Risiko.“ Fünfzig Jahre nach ihrer Einführung erleben die Transaxle-Modelle eine Renaissance. Sie wirken modern und verfügen über Alltagsqualitäten, die man früher vielleicht unterschätzt hat. Und sie zeigen eine Porsche-die nicht an eine Motorposition gebunden ist: das Streben nach der bestmöglichen Lösung.
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel Communications Group GmbH & Co. KG, Max-Planckstr. 7-9, 97082 Würzburg einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.
Classic Business Day | 18. November 2026
Der nächste Classic Business Day findet am 18. November 2026 in den Örtlichkeiten des Autohauses Hagenlocher in Böblingen – Gewinner des Classic Business Award 2025 – statt. Das Event verspricht relevante Fachinformationen für Profis, Fortgeschrittene und Einsteiger. Abonnenten unserer Automotive-Medienmarken erhalten einen Nachlass von 25 % bei der Anmeldung.