Fahrzeugbausysteme „Auspacken, anbauen, fertig“

Von Konrad Wenz 6 min Lesedauer

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Mit vormontierten Bausätzen, hoher Variantenvielfalt und eigener Lackierung reagiert WIHAG auf die zentralen Herausforderungen vieler Fahrzeugbauer – vom Fachkräftemangel bis zur steigenden Fertigungseffizienz.

Funktionalität und Reparaturfreundlichkeit stehen bei den Rolltoren von WIHAG im Fokus.(Bild:  Wenz)
Funktionalität und Reparaturfreundlichkeit stehen bei den Rolltoren von WIHAG im Fokus.
(Bild: Wenz)

Türen und Tore für den Fahrzeugbau sind zwei Hauptproduktgruppen der WIHAG Fahrzeugbausysteme GmbH mit Hauptsitz in Bielefeld und Produktionsstandort im thüringischen Stadtilm. Das Unternehmen hat sich aber in den vergangenen Jahren weiterentwickelt: vom klassischen Komponentenlieferanten zum Systempartner für den Fahrzeugbau. Damit reicht das Portfolio inzwischen deutlich weiter als Rolltore, Seiten- oder Hecktüren und Curtainsider-Komponenten. Mit der Übernahme der Kofferfertigung des Osnabrücker Unternehmens Titgemeyer zum Jahresbeginn 2024 wurde aus dem Zulieferer ein Anbieter kompletter Aufbau-Bausätze. So stellte WIHAG im Frühjahr des vergangenen Jahres einen neuen Kofferbausatz vor, die Green Box Lite – dazu später mehr. WIHAG wurde 1945 gegründet – der Name ist ein Akronym und steht für Westfälische Industrie- und Handelsgesellschaft. Zunächst war WIHAG als Handelsbetrieb/Zulieferer für die europäische Nutzfahrzeugindustrie tätig. Mitte der 1970er-Jahre begann das Unternehmen damit, eigene Konstruktionen und Entwicklungen umzusetzen. Nach der Insolvenz der damaligen WIHAG Nutzfahrzeugtechnik entstand im Januar 2005 die heutige WIHAG Fahrzeugbausysteme GmbH. Vier Jahre später folgte der Bezug des neuen Produktionsstandorts in Stadtilm. Dort bündelt das Unternehmen heute wesentliche Teile seiner Entwicklung und Fertigung mit eigener Lackierung. Im Rahmen einer Werksbesichtigung für den Ausschuss Karosserie- und Fahrzeugbau des Zentralverbands Karosserie- und Fahrzeugtechnik (ZKF) erläuterte Geschäftsführer Willi Giesbrecht die Entwicklung des Unternehmens und gab Einblicke in die strategische Ausrichtung. Er unterstrich besonders, dass WIHAG nicht allein auf Standardprodukte setzt. Vielmehr versteht sich das Unternehmen als Problemlöser für individuelle Anforderungen im Nutzfahrzeugbau. „Unsere Spezialität ist der Sonderwunsch des Kunden“, erklärte Giesbrecht.

Hohe Fertigungstiefe und eigene Lackierung

WIHAG arbeitet mit einer hohen Fertigungstiefe und entwickelt und produziert zahlreiche Komponenten selbst – darunter Rolltore, Türen, Paneele und unterschiedliche Aufbaukomponenten. Hinzu kommt eine eigene Lackiererei am Standort Stadtilm. Sie ermöglicht kurze Lieferzeiten und eine hohe Flexibilität bei kundenindividuellen Farbwünschen – über 90 Prozent aller Produkte werden kundenspezifisch lackiert ausgeliefert. WIHAG hat sich zum Ziel gesetzt, den Aufwand beim Kunden möglichst gering zu halten. „Auspacken, anbauen, fertig“ – so beschreibt Giesbrecht den Ansatz bei vormontierten und endlackierten Bausätzen. Schweiß-, Schleif- oder Lackierarbeiten beim Fahrzeugbauer sollen möglichst entfallen. Gerade vor dem Hintergrund zunehmender Personalengpässe in vielen Fahrzeugbau- und Karosseriebetrieben gewinnt dieser Ansatz an Bedeutung. Viele Kunden bevorzugen heute montagefertige Systeme, um Fertigungszeiten zu reduzieren und Fehlerquellen zu minimieren.