DAT Report 2020

Veränderungen im Unfallschadenmarkt

| Autor: Konrad Wenz

Der DAT-Report 2020 untersuchte unter anderem auch wieder die Marktbewegungen im Unfallreparaturgeschäft.
Der DAT-Report 2020 untersuchte unter anderem auch wieder die Marktbewegungen im Unfallreparaturgeschäft. (Bild: Achter)

Etwa 220 Branchenvertreter begrüßte Jens Nietzschmann, Geschäftsführer der Deutschen Automobil Treuhand (DAT) gestern in Berlin. Grund war die Vorstellung des DAT-Report 2020 vor, der auch in diesem Jahr wieder interessante Fakten zur Unfallinstandsetzung enthält.

In diesem Zusammenhang erklärte Peter Börner, Präsident des Zentralverbands Karosserie- und Fahrzeugtechnik (ZKF), dass wohl jedes Fahrzeug nach seinem Verkauf als Neuwagen einmal ein „Wehwehchen“ mit Blech bzw. Lack habe und damit gerne in die Mitgliedsbetriebe des ZKF kommen dürfte. „Vor dem Hintergrund aller Entwicklungen in der Branche, wie Kosteneinsparung, Digitalisierung, Prozessoptimierung, Wandel in der Gesellschaft und in deren Verhalten, wollen wir im Sinne unserer Mitglieder die Zukunft gemeinsam gestalten oder zumindest die dramatischten Entwicklungen verhindern“, führte Börner aus. Hierfür liefere der jährliche DAT-Report eine wichtige Datenbasis.

So zeigte sich der ZKF-Präsident überrascht, dass so viele der befragten Autofahrer sich mit einer Reparatur nach Smart-Repair-Verfahren zufriedengeben würden. Laut dem Report sind 28 Prozent der Befragten bereit Smart Repair in Auftrag zu geben, 49 Prozent sind sich nicht sicher, ob diese Reparaturmethode für ihr Fahrzeug geeignet ist. 15 Prozent der Befragten haben Smart-Repair-Verfahren schon wirklich in Auftrag gegeben. Börner vermutete hier einen Zusammenhang zum erstmals von der DAT abgefragten Anteil der fiktiven Abrechnung. Der lag laut DAT-Report beim unverschuldeten Unfall bei 36 Prozent.

Börner äußerte den Verdacht, dass der Druck durch Versicherer und Schadensteuerer auf die Werkstätten in diesem Jahr deutlich steigen könne. Dies begründete er mit unsinnigen Aktionen, beispielsweise von Check 24, die dem Verbraucher im November 2019 angeboten hatten ihm eine 500-Euro-Gutschein für einen Versicherungsvergleich zu geben. Zudem würden sich die Versicherungen Jahr für Jahr mit neuen Rekordmeldungen zum Versichertenbestand feiern lassen, ohne gleichzeitig darauf zu achten, dass die Prämieneinnahmen gleichermaßen steigen müssten. Dies sei die Ursache für den Sparzwang der Versicherungen bei der Schadenregulierung.

Wichtige Eckdaten aus dem DAT-Report

Nach wie vor sind die Werkstätten für den Autofahrer nach einem Unfallschaden die ersten Ansprechpartner (57 %), dann folgen Kfz-Sachverständige (29 %) und Rechtsanwälte (22 %). Der gegnerischen Versicherung vertrauten sich lediglich 21 Prozent der geschädigten an (hier waren Mehrfachnennungen möglich).

Viele der befragten Autofahrer trauen sich zudem zu, die Schadendokumentation per Handy selbt zu übernehmen. 26 Prozent gaben das für leichte Beschädigungen, 37 Prozent für mittlere und 18 Prozent sogar für größere Beschädigungen an. Lediglich 18 Prozent der Autofahrer trauten sich die Schadendokumentation überhaupt nicht zu. Zu diesem Thema referiert Jens Nitzschmann übrigens auf dem Kfz-Sachverständigen Forum am 4. Februar in Würzburg.

Insgesamt 17 Prozent der Befragten hatten einen Unfallschaden, allerdings ließen den nur 10 Prozent reparieren. Von denen gaben wiederum 66 Prozent an, den Unfall nicht selbst verschuldet zu haben. Hierzu muss man wissen, dass die DAT den Begriff Unfallreparatur weiter gefasst hat – hierunter zählen die Ostfildener alles, was aufgrund eines Verkehrsunfalls, oder einer äußeren Einwirkung an der Karosserie, am Lack oder am Glas repariert werden muss – darin sind Parkrempler, Steinschläge und Hagelschäden enthalten.

Die durchschnittlich Schadensumme ist laut DAT-Report gesunken (aktuell 2.052 Euro, im Jahr 2018 2.569 Euro). Die Marktexperten erkennen hierin keinen Trend – vielmehr erklären sie, dass die aktuellen durchschnittlichen Schadenkosten im Korridor der vergangenen Jahre liegen würden. Auffällig sei allerdings, dass der Anteil der Schäden unterhalb der 1.000-Euro-Marke auf 43 Prozent angestiegen sei. Im Vorjahr lag dieser Wert noch bei 30 Prozent.

Ergänzendes zum Thema
 
Über den DAT-Report

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