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Gefahren durch extremes Tuning

| Redakteur: Dr. Holger Schweitzer

Ungeprüfte und nicht freigegebene Räder bergen ein hohes Unfallrisiko.
Ungeprüfte und nicht freigegebene Räder bergen ein hohes Unfallrisiko. (Bild: KÜS)

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KÜS Geschäftsführer Peter Schuler thematisierte im Rahmen der KÜS-Pressekonferenz zur IAA in Frankfurt die erheblichen Gefahren, die von gefährlichen Änderungen und Basteleien an Automobilen ausgehen. im Focus hatte er dabei das sogenannte Carposing. Hierbei handelt es sich um illegale Autorennen und lautstarke Treffen von Tuningfans.

Ziel der Fahrer ist es dabei möglichst viel Aufmerksamkeit auf sich und ihre Fahrzeuge zu lenken. So führt der Weg häufig durch die Innenstädte, wobei die Fahrer häufig die Motoren aufheulen lassen, mit quietschenden Reifen anfahren oder kurze Vollgassprints hinlegen. Um die Lautstärke der Fahrzeuge zu erhöhen werden dabei auch immer wieder Abgasanlagen manipuliert. Neben dem akustischen Effekt, legen Poser aber auch Wert auf optische Veränderungen an ihren Fahrzeugen. Auch hier gibt es Fahrer, die hierfür verbotene Leuchtmittel verwenden und unzulässige Fahrzeugräder montieren.

Auch wenn bei Carposern der Wunsch nach möglichst hoher Lautstärke bestehen mag, so ist der Einsatz von besonders lauten und damit auffälligen manipulierten Abgasanlagen oft unzulässig. Für jedes Fahrzeug müssen die entsprechenden Vorschriften zu Lärmobergrenze und Abgasverhalten eingehalten werden, so Peter Schuler. Zusätzlich werde bei Carposing und illegalen Straßenrennen vorsätzlich gegen bestehende Verkehrsregeln verstoßen. Insgesamt werfe dies ein schlechtes Licht auf die gesamte Tuningszene, wohingegen legales und sicheres Tuning alle begeistere.

Bei den illegalen Xenon-Nachrüst-Kits beobachtet die KÜS zwar einen etwas rückläufigen Trend, wird von den Prüfingenieuren aber nach wie vor regelmäßig bei Hauptuntersuchungen beobachtet. „Xenonbrenner und LEDs gehören nicht in für Halogenlampen gebaute Gehäuse. Mit dem Tausch wird das Licht nicht mehr dorthin projiziert, wo es sinnvoll und erlaubt ist. In der Praxis bedeutet das, dass der Gegenverkehr geblendet werden kann. Wegen des hohen Gefährdungspotenzials dieser Umrüstungen, verlieren entsprechend umgebaute Fahrzeuge auch die Betriebserlaubnis“, so Peter Schuler.

Neben Abgasanlagen und Beleuchtung sind auch Veränderungen an den Fahrzeugrädern bei in der Tuningszene sehr beliebt. Wie die KÜS aufzeigt können hier jedoch Manipulationen zu Problemen bei der Einhaltung von den gesetzlichen Vorgaben einer ausreichenden Radabdeckung führen. Hierzu gehören beispielsweise Vergrößerungen der Dimension der Rad-/Reifenkombination, eine Spurverbreiterung oder eine Individualisierung von Karosserieanbauteilen im Bereich der Räder. Wie Peter Schuler erklärt, können derartige Umbauten eine Reihe von Gefährdungen für Fahrzeuge im nachfolgenden Verkehr hervorrufen. Als Beispiele nennt er Steinschläge in Frontscheiben und die Behinderung der Sichtverhältnisse durch verstärktes Aufwirbeln bei nassen Witterungsbedingungen.

Aber nicht nur mangelnde Abdeckungen der Räder können gefährlich werden. Bei manchen getunten Autos ragen die Räder schräg aus dem Radkasten. Diese Schrägstellung soll zum einen dem Fahrzeug eine bessere optische Wirkung verleihen, aber auch eine ausreichende Radabdeckung erzielen ohne dass die häufig ungeliebten Börtelarbeiten anfallen. Außerdem ist auch eine Verbesserung der Kurvenlage des Fahrzeugs beabsichtigt, die aus dem Motorsport unter dem Begriff „negativer Sturz“ bekannt ist. „Bei Fahrzeugen, die im regulären Straßenverkehr gefahren werden, ist dieser Effekt nicht möglich. Eher das Gegenteil ist der Fall“, so Peter Schuler. „Reifen und Radlager verschleißen nicht nur schneller, das Auto reagiert auch verzögert auf Lenkbewegungen und wird bei der Geradeausfahrt unstabil. Außerdem können die Vortriebs- und Bremskräfte nicht mehr optimal auf die Straße gebracht werden.“ Eine optimale Abstimmung des Gesamtfahrwerks sei deshalb etwas für Profis. Aus diesem Grund rät die KÜS, nur auf Fahrwerksteile von zertifizierten Herstellern mit ordentlichen Prüfzeugnissen zurückzugreifen. Auch sollten entsprechende Umbauten nur von Fahrwerksexperten geführt oder zumindest nach deren Anleitung vorgenommen werden.

Ein weiteres hohes Risiko entsteht nach Meinung der KÜS Technik GmbH durch ungeprüfte und nicht freigegebene Räder, deren Verkauf vor allem über das Internet stattfindet. Da die Beanspruchungs- und Belastungsfähigkeit solcher Räder unbekannt ist, warnt die KÜS Technik vor einer konkreten Unfall- und sogar Lebensgefahr bei der Verwendung von derartigen Rädern.

Neben den genannten schwarzen Schafen der Tuningwelt können Veredelungen am Auto aber auch sicher, legal und ansprechend sein. Viele echte Tuningfans mit ihren Fahrzeugen seien der beste Beweis hierfür, so Peter Schuler. „Die Prüfingenieure der KÜS beraten gerne und ausführlich zu allen Fragen rund ums Tuning. Ein Gespräch mit einem Prüfingenieur bevor man mit den Änderungsabnahmen beginnt, ist dabei immer empfehlenswert.“ Gesetzliche Voraussetzungen könnten so geklärt und der Besitzer vor Fehlern und unnötigen Ausgaben bewahrt werden.

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