Marktbefragung Hoher Umsatzrückgang bei K&L-Werkstätten

Eine aktuelle Befragung der Partnerbetriebe der Innovation Group liefert auf den ersten Blick widersprüchliche Ergebnisse: Die Umsätze der Betriebe sind gesunken und viele Unternehmen melden Kurzarbeit. Die Stuttgarter sagen aber, den Rückgang durch den Zuwachs im Flottengeschäft kompensiert zu haben.

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Die Zahl der Unfälle ist stark rückläufig. Das bedeutet die Innovation Group hat weniger zu steuern, den Partnerwerkstätten fehlt das Volumen.
Die Zahl der Unfälle ist stark rückläufig. Das bedeutet die Innovation Group hat weniger zu steuern, den Partnerwerkstätten fehlt das Volumen.
(Bild: Innovation Group)

Etwa ein Drittel der Partnerbetriebe der Stuttgarter Innovation Group (rund 350) beantworteten die Fragen des Schadenlenkers nach den Auswirkungen der Corona-Krise. Demnach haben mehr als die Hälfte der teilnehmenden Betriebe derzeit Kurzarbeit angemeldet, weitere 16 Prozent haben dies in der Vergangenheit getan. Für etwa 85 Prozent verlief das Jahr 2020 deutlich schlechter als das Vorjahr, rund 60 Prozent gaben an, dass das erste Quartal des Jahres 2021 noch schlechter gelaufen sei. Den Partnern würden die Aufträge fehlen, die Auslastung reiche nicht aus, heißt es in der Pressemitteilung des Schadenlenkers.

Aktuelle Auslastung der K+L-Werkstätten
Aktuelle Auslastung der K+L-Werkstätten
(Bild: Innovation Group 2021)

Laut Innovation Group melden rund drei Viertel der Betriebe Auslastungen unter 80 Prozent. Dabei sei besonders der Auftragsrückgang von Versicherern und Flotten zu spüren. In diesen Kanälen betrug der Auftragsrückgang oft zwischen 20 und 40 Prozent. Ein Viertel der Werkstätten habe bei Flotten- und Großkunden sogar Auftragsrückgänge von mehr als 40 Prozent verkraften müssen.

Die Stuttgarter haben nach eigenen Aussagen den Auftragsrückgang aus dem Versicherungskanal bei ihren Partnerwerkstätten auf 16 Prozent begrenzen können – was deutlich unter dem Gesamtrückgang aus diesem Kanal liegt. Noch besser gelungen sei das bei den Auftragsvermittlungen aus dem Flottengeschäft. Markus Stumpp, zuständiger Direktor der Innovation Group für das Flottengeschäft, erklärt: „Weil wir 2020 zahlreiche neue Flottenkunden gewonnen haben, hat sich der Rückgang der Vermittlungen in diesem Bereich in Grenzen gehalten.“

Reaktionen auf die Krise
Reaktionen auf die Krise
(Bild: Innovation Group 2021)

Stabile Ersatzteilmargen

Ein wichtiger Ertragspfeiler für die Werkstätten sind die Rabatte beim Einkauf von Ersatzteilen. Nachdem mehrere Hersteller zum Jahresbeginn neue Konditionen meldeten, hat die Innovation Group auch untersucht, welche Auswirkungen dies für die Werkstätten hat.

Dazu wurden im März mehr als 10.000 Bestellungen zu 30 Marken und 17 Lieferanten ausgewertet, die über die Tochtergesellschaft Innovation Group Parts abgewickelt wurden. Damit analysierten die Stuttgarter ein Bestellvolumen von mehr als sieben Millionen Euro. Matthew Whittall, CEO der Innovation Group, erklärt: „Aus unseren Berechnungen ergibt sich, dass die Margen für die Werkstätten bei Teilen der VAG gesunken, bei PSA und Opel aber deutlich besser sind als im Vorjahr.“ Im Schnitt der tatsächlichen Bestellungen über alle Marken sei die Marge sogar leicht um 0,5 Prozent gestiegen.

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Über den Autor

Dipl. Ing. (FH) Konrad Wenz

Dipl. Ing. (FH) Konrad Wenz

Chefredakteur, Redaktion »Fahrzeug+Karosserie«