BVdP Netzwerkstatt Kein Wachstum zu verteilen

Redakteur: Dipl. Ing. (FH) Konrad Wenz

Die Unsicherheit der Betriebe steigt, genauso wie der Zulauf zum Bundesverband der Partnerwerkstätten (BVdP). Dieser hatte zur Netzwerkstatt nach Kassel eingeladen, wo die Zukunft der Mobilität und der Schadensteuerung im Fokus standen.

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Klaus-Jürgen Heitmann, Vorstand HUK-Coburg, erwartet stagnierende Bestandszahlen.
Klaus-Jürgen Heitmann, Vorstand HUK-Coburg, erwartet stagnierende Bestandszahlen.
(Bild: Wenz)

Klaus-Jürgen Heitmann, Vorstandssprecher der HUK-Coburg Versicherungsgruppe, ist überzeugt: „Es wird sich vieles verändern, aber nicht so schnell wie es oft angekündigt wird.“ Dieses Statement gab er zu Beginn seines Vortrags während der Netzwerkstatt des Bundesverband der Partnerwerkstätten (BVdP) in Kassel ab.

Der Geschäftsführer des Verbands, Robert Paintinger, begrüßte Anfang März etwa 350 Teilnehmer zu dieser Veranstaltung. Er erklärte bei dieser Gelegenheit, dass die Mitgliederzahl des BVdP inzwischen auf knapp 600 angestiegen sei. „Es gibt eine große Unsicherheit im Markt, das ließ unsere Mitgliederzahlen nach oben schnellen." Die Unsicherheit sei durch verschiedene Bewegungen, wie den inzwischen beigelegten Signalisationsstreit, geschürt worden.

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Doch zurück zu Heitmann: Der HUK-Vorstand ist davon überzeugt, dass das Automobil noch lange das prägende Mobilitätstool in Deutschland bleiben wird. Allerdings geht Heitmann auch davon aus, dass der Fahrzeugbestand hierzulande stagnieren wird: „Es wird kein Wachstum geben, das wir verteilen können." Zudem würde aufgrund der zunehmend verbauten Fahrerassistenzsysteme auch die Zahl der Schäden sinken. Mit der Bestandsstagnation rechnet Heitmann spätestens 2025, den Schadenrückgang erwartet er schon 2020. „Das bedeutet, der Markt wird nicht mehr wachsen", erklärte Heitmann. Damit spiele sich der Wettbewerb der Zukunft über die Verdrängung anderer Marktteilnehmer ab.

Zudem würden der Markteintritt neuer Wettbewerber, beispielsweise Check 24 und Verivox, sowie die Bindungsstrategien der Automobilhersteller die HUK-Coburg vor neue Herausforderungen stellen. Allerdings seien hiervon auch die Partnerwerkstätten betroffen. „Es wird künftig mehr Wettbewerb um den Kunden geben. Zudem werden die Werkstätten mehr Aufwand betreiben müssen, um ihre Reparaturkompetenz zu erhalten", führte Heitmann aus. Werkstätten dürften – genau wie die Versicherung – den direkten Kontakt zum Kunden nicht verlieren.

Den Bindungsstrategien der Fahrzeughersteller begegnen die Coburger mit dem eigenen Servicekonzept „Die Partnerwerkstatt“ sowie ihren Versicherungstarifen mit Werkstattbindung. „Wir haben schon vier Millionen Verträge mit einer Bindungsklausel im Bestand“, erklärte Heitmann.

Im Anschluss an die Heitmann-Ausführungen versuchten Robert Paintinger (BVdP) und Christian Simmert (Twin Media) das Marktgeschehen in sogenannten Kamingesprächen zu beleuchten. Die beiden unterhielten sich neben Heitmann auch mit Matthew Whittall, Vorstand Innovation Group Deutschland, und Christian Braumüller, Geschäftsführer Flottenmeister GmbH.

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